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Sicherheit im Schadenfall

Hausratversicherung

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 3 Min.
Sie braucht eigentlich jeder: die Hausratversicherung. Doch nicht jeder Vertrag ist gleich. Kleine Versicherer mit flottem Vertrieb bereiten den Branchenriesen daher vor allem bei der U30-Kundschaft Schwierigkeiten.

Die vier größten Hausratversicherer haben zwischen 2012 und 2014 verhältnismäßig große Marktanteilsverluste hinnehmen müssen. Der größte Verlierer ist ausgerechnet Branchenführer Allianz mit über 11 Prozent, aber auch Axa, Generali und Ergo. Zu diesem Ergebnis kommt der »Branchenmonitor Hausratversicherung«, den V.E.R.S. Leipzig GmbH und You-Gov Deutschland veröffentlicht haben.

Dagegen legten kleinere Versicherer zu. Sie bauen häufig auf einen schlagkräftigen Vertrieb im Internet oder verkaufen scheinbar günstige Policen im Direktvertrieb. Wie Autoversicherungen sind Hausratverträge eine Art Einstiegsdroge für die Assekuranz: Um neue Kunden, vor allem junge Kunden zu gewinnen, die erstmals eine eigene Wohnung beziehen.

Dennoch schreiben fast alle Anbieter auf dem deutschen Markt schon seit Jahren satte versicherungstechnische Gewinne. »Die anhaltende Profitabilität macht die Hausratversicherung für Versicherer immer attraktiver«, schreiben die Autoren des »Branchenmonitors«. Mittlerweile herrsche aber ein verschärfter Wettbewerb. Es werde um Marktanteile heftig gekämpft. Für Verbraucher ist dies »die« Chance, einen günstigen Vertrag zu ergattern.

Jeder fünfte Haushalt ohne

Versicherungen klappen bekanntlich gerne den Sonnenschirm ein, wenn es zu regnen beginnt. Doch trotz teilweiser schlechter Erfahrungen im Schadensfall gehört eine Hausratversicherung in jedes Heim. Nach der privaten Haftpflichtversicherung zählt der finanzielle Schutz von Hausrat und Wohnung zu den wichtigsten und unentbehrlichen Sachversicherungen. Eine Hausratversicherung hilft bei Brand- und Leitungswasserschäden, Schäden durch Blitzschlag, durch Einbruchdiebstahl, Raub, durch Explosion oder Sturm (ab Windstärke acht).

Trotzdem lebt immer noch etwa jeder fünfte Haushalt in Deutschland ohne diesen Versicherungsschutz. Dabei bewahrt die Hausratversicherung vor dem finanziellen Desaster, wenn Sie nach einem Schaden alles neu kaufen oder reparieren lassen müssen. Versichert ist der komplette Hausrat, von Möbeln und Gardinen bis zu Elektrogeräten.

Nicht versichert sind allerdings Gegenstände, die fest mit dem Gebäude verbunden sind, wie Einbaumöbel, Badewannen oder verklebte Teppichböden. Diese können durch eine zusätzliche Wohngebäudeversicherung abgesichert werden. Diese ist allerdings im Regelfall nicht nötig: Sollten Sie einen Schaden an Gegenständen verursachen, die dem Vermieter gehören, springt üblicherweise die Haftpflichtversicherung ein.

Ersetzt wird von der Hausratversicherung nicht der (niedrigere) Wert, den Gegenstände zum aktuellen Zeitpunkt des Schadens haben. Stattdessen kommt es darauf an, wie viel denn die Neuanschaffung kosten würde. Über die Höhe lässt sich im Einzelfall jedoch trefflich streiten.

Wie bei anderen Assekuranzprodukten gibt es Hausratversicherungen nicht mehr allein beim klassischen Versicherungsvertreter zu kaufen, sondern auch im Einkaufszentrum, in der Sparkasse oder im Internet.

Wer gerne »googelt«, findet schnell ein Dutzend Anbieter von mehr oder weniger unabhängigen Preisübersichten. So können Sie sich einen Marktüberblick verschaffen.

Gefahr: Unterversicherung

Üblicherweise sind Verträge auf dem Lande billiger als in der Stadt, und in der kleinen Stadt billiger als in der Großstadt. Damit soll dem unterschiedlichen Gefahrenpotenzial Rechnung getragen werden, argumentieren Versicherer. Groß ist außerdem die Spanne zwischen preiswerten und teuren Anbietern: So liegt unterm Strich die Preisspanne in einer Kleinstadt etwa bei 50 bis 200 Euro im Jahr, und in einer Großstadt zwischen 100 und 500 Euro.

Unser Tipp: Preisvergleich und Anbieterwechsel können sich schnell in Euro und Cent auszahlen!

Allerdings sollte bedacht werden: Die preiswerteste Police nützt jedoch nur wenig, wenn Sie damit »unterversichert« sind. Unterversichert ist, wer etwa nur den halben Wert seines Hausrats abgesichert hat. Das spart zwar Prämien. Doch im Schadenfall ersetzt der Versicherer dann auch nur die Hälfte.

Neben Standardtarifen können auch bei dieser Versicherungsart alle möglichen Mehrleistungen gebucht und extra bezahlt werden. So können Sie Gartenmöbel ebenso finanziell absichern wie aus dem Auto gestohlene Urkunden. Selbst gegen »grobe Fahrlässigkeit« kann man sich vertraglich schützen. Eine gute Nachricht für alle, die während des Wäschewaschens gerne einkaufen gehen.

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