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Verfahren um den Arbeitsplatz werden erbitterter geführt

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Der Streit vor Gericht zwischen Unternehmern und Beschäftigten um den Arbeitsplatz wird nach Einschätzung der Arbeitsrichter immer härter. Obwohl die Zahl der Verfahren im vergangenen Jahre wegen der guten Wirtschaftslage deutlich zurückgegangen sei, würden Verfahren vor Landesarbeitsgerichten »erbitterter geführt«, sagte der Vorsitzende des Bundes der Richterinnen und Richter der Arbeitsgerichtsbarkeit, Christoph Tillmanns. Er warnte vor einer Überlastung durch immer komplexere Verfahren. Immer mehr Anwälte spezialisierten sich im Arbeitsrecht und Fälle würden »bis ins letzte Detail aufgebohrt.«

2014 verzeichneten die Arbeitsgerichte mit 502 272 Klagen gut 20 000 weniger als im Jahr 2013. Dies führte laut Tillmanns aber nicht zu einer entsprechenden Arbeitserleichterung: Während es früher häufig eine gütliche Einigung gegeben habe, habe sich die Zahl der Urteile in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Promotion: Titel zahlt sich oft erst später aus

Wer promoviert hat, ist beim Jobeinstieg manchmal enttäuscht. Obwohl man in der Regel einige Jahre länger an der Hochschule war als Kollegen mit Master oder Bachelor, gibt es beim Einstiegsgehalt je nach Branche nicht immer große Unterschiede. Langfristig zahle sich der Doktortitel jedoch meist. aus, so die Zeitschrift »Unicum«. Im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, wenn es darum geht, Führungsverantwortung zu übernehmen, hebe einen der Doktortitel von anderen Kandidaten ab.

Job für zwei: Paar sollte

sich zusammen bewerben

Bewerben sich zwei als Team auf einen Job, stellt sich die Frage, wie man die Bewerbung schreibt. Das Prinzip Jobsharing, bei dem sich etwa zwei Teilzeitkräfte eine Vollzeitstelle teilen, ist manchem Arbeitgeber nicht bekannt. Jana Tepe, Geschäftsführerin von Tandemploy, einer Online-Plattform für Jobsharing und flexibles Arbeiten, rät dazu, eine gemeinsame Bewerbung zu machen, mit einem Anschreiben und einem gemeinsamen Lebenslauf. Sie empfiehlt auch, schon im Anschreiben deutlich zu machen, welche Vorteile die Firma hat, wenn sie Jobsharing ermöglicht. Beim doppelten Lebenslauf kann auf der linken Seite des Blattes die eine Person sich vorstellen, auf der rechten Seite die andere.

Erblast für Kinder: Angst vor Jobverlust

Bei manchen Erwerbstätigen ist die Angst stark ausgeprägt, den Job zu verlieren. Der Grund dafür liegt unter Umständen im Elternhaus. Das geht aus einer Studie der Universität Duisburg-Essen hervor, die eine Befragung in der Gruppe der 18- bis 30-Jährigen vorgenommen hat. Haben Arbeitnehmer im Jugendalter erlebt, dass die Eltern Angst vorm Jobverlust haben, fürchten sie sich später häufig auch davor. Zudem sorgen sich vor allem jene um ihren Job, die einen befristeten Arbeitsvertrag haben.

Jeder Dritte arbeitet

45 Stunden und mehr

Jeder dritte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeitet einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes zufolge 45 Stunden in der Woche oder mehr. 17 Prozent der Vollzeitbeschäftigten arbeiten sogar mehr als 48 Stunden. Von allen Arbeitnehmern in Deutschland arbeiten laut DGB-Studie 60 Prozent regelmäßig länger als im Arbeitsvertrag vereinbart. Die Hälfte aller Beschäftigten liegt bei einer Arbeitszeit von 35 bis 44 Stunden. Überlange Arbeitszeiten von 45 Stunden oder mehr pro Woche haben 23 Prozent aller Beschäftigten (Vollzeit und Teilzeit). Bei den Vollzeitbeschäftigten liegt der Anteil derjenigen mit überlanger Arbeitszeit sogar bei 33 Prozent.

Frauen sind der Studie zufolge seltener von überlangen Arbeitszeiten betroffen, weil sie häufiger in Teilzeit arbeiten. Von den männlichen Vollzeitbeschäftigten gaben 37 Prozent an, überlang zu arbeiten. Bei den Frauen waren es 24 Prozent. Jede zweite Frau (48 Prozent) ist in Teilzeit beschäftigt. Bei den Männern sind es nur acht Prozent.

Von den Vollzeitbeschäftigten mit Leitungsfunktion gaben 44 Prozent an, 45 Stunden und mehr pro Woche zu arbeiten. Für die Studie wurden nach DGB-Angaben 4691 Beschäftigte befragt. dpa/nd

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