Werbung

Protest gegen den Wahlerfolg der Rechten in Slowakei

Tausende Menschen demonstrieren gegen faschistische Partei

Als Reaktion auf den überraschenden Wahlerfolg von Rechtsextremisten bei der Parlamentswahl sind am Montagabend in der Slowakei Tausende Demonstranten auf die Straßen gegangen. Auch in anderen Städten wurde demonstriert.

Bratislava. Mehrere tausend Menschen haben am Montag in Bratislava friedlich gegen den Erfolg der rechtsextremen Partei LS-Nase Slovensko (Unsere Slowakei) bei der Parlamentswahl protestiert. Die Menge zog am Nachmittag mit Schildern, auf denen durchgestrichene Hakenkreuze zu sehen waren, durch die Straßen der slowakischen Hauptstadt, wie ein AFP-Reporter berichtete. Ihre Demonstration führte zu einem Denkmal für Holocaust-Opfer.

Die rechtsextreme Partei von Marian Kotleba hatte bei der Wahl am Samstag 14 der 150 Mandate errungen und zieht erstmals ins Parlament ein. Sie wird von einigen Experten als Neonazi-Partei eingestuft und ist der Minderheit der Roma sowie auch der Nato und der EU gegenüber feindlich eingestellt.

»Wir möchten diesen Menschen zeigen, dass wir den Faschismus nicht tolerieren werden«, sagte einer der Demonstranten, der Medizinstudent Frantisek Kukel. »Wir sind bereit, ihnen den Weg zu versperren.«

Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Robert Fico waren bei der Parlamentswahl erneut stärkste Kraft geworden, hatten ihre absolute Mehrheit aber verloren. Sie errangen 49 der 150 Parlamentsmandate. Fico erhielt am Montag den Auftrag zur Regierungsbildung, die sich aber als schwierig gestalten dürfte. Eine Regierungsbeteiligung der Rechtsextremen gilt aber als ausgeschlossen. Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln