Werbung

Südafrika erhält einen ersten Solarflughafen

Kontinent will Ressourcenpotenzial besser nutzen

  • Von Anne Gonschorek
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der südafrikanische Flughafen George wird künftig mit Solarenergie versorgt, weitere Flughäfen des Landes sollen folgen. Südafrika will sein natürliches Potenzial nutzen.

Am Flughafen der Stadt George in der südafrikanischen Provinz Westkap verkehren jährlich 600 000 Passagiere. Der dafür notwendige Strom soll nun mit Solarenergie produziert werden. Die neue Anlage demonstriere »vortrefflich, wie sehr sich die südafrikanische Regierung der sauberen Energie und Nachhaltigkeit« verschrieben habe, erklärte Transportministerin Dipuo Peters bei deren Eröffnung Ende Februar. Südafrika nehme nicht umsonst eine immer bedeutendere Rolle in der Bekämpfung des globalen Klimawandels ein.

Sechs Monate Arbeit und 16 Millionen Rand (950 000 Euro) mussten in die 200 Quadratmeter große Solaranlage investiert werden. In der ersten Phase sollen 41 Prozent des derzeitigen Stromverbrauchs über Sonnenenergie abgedeckt werden. Die Differenz wird gegenwärtig noch aus dem nationalen Netz eingespeist, während die Solarzellen mit der Zeit immer mehr an Kapazität übernehmen werden. Insgesamt sollen sie bald 750 Kilowatt an Strom liefern.

Das Solarflughafenprojekt ist der Airports Company South Africa unterstellt, einem Unternehmen des Transportministeriums. Bei Ministerin Peters steht die erhöhte Nutzung erneuerbarer Energien ganz oben auf der Agenda. Denn Südafrika will sein notorisch überstrapaziertes Stromnetz zukünftig mit 3725 Megawatt an sauberen Energien unterstützen. Sollte das Land am Kap dafür nach Inspiration suchen, kann es nach Indien blicken. Letztes Jahr wurden dort am Flughafen Kochi 9,5 Millionen Dollar in den weltweit ersten solarbetriebenen Flughafen investiert.

Langfristig sollen neun südafrikanischen Flughäfen mit einem Energiemix beliefert werden, der auch Solarstrom enthält, erklärte der Vorsitzende der Airports Company South Africa, Skhumbuzo Macozoma. Ziel sei es, CO2-neutral zu werden und die Flughäfen gänzlich mit grüner Energie zu betreiben. George soll nun auch die Wassernutzung und den Lärm reduzieren, die Wiederverwertung von Abfall einführen und energieeffiziente Materialien verwenden.

Allerdings sind die Kosten für die Instandhaltung der Solaranlage wesentlich höher als für ein konventionelles Energiesystem. Chukwuemeka Ukwuaba, Experte für erneuerbare Energien, schrieb jedoch in einem Bericht für die Plattform Ventures Africa, dass solarbetriebene Flughäfen bald als Modell für die gesamte Geschäftswelt dienen werden: »Flughäfen sind Portale für die Geschäftswelt. Sie werden wirtschaftliche Verbesserungen mit sich bringen, die die Südafrikaner dringend benötigen.« Ukwuaba glaubt außerdem, dass nicht nur das Land am Kap, sondern bald der gesamte Kontinent einen Nutzen ziehen werde. »Afrika hat das größte Ressourcenpotenzial der Welt, aber wir maximieren diese Ressourcen nicht«, schreibt er. Solarenergie sei in Afrika nicht nur reichlich, sondern auch frei erhältlich und sollte damit sowohl als Sprungbrett als auch als Vorzeigebeispiel genutzt werden.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!