Werbung

Schlechtere Leistungen bei Inklusion

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Studie zum Pilotprojekt »inklusive Grundschule« konnte erhoffte positive Effekte nicht belegen.

Das neue pädagogische Lieblingswort »Inklusion« steht in seinen Auswirkungen auf dem Prüfstand. Am Montag wurden die Ergebnisse einer Studie zur Pilotprojekt »Inklusiven Grundschule« im Bildungsausschuss des Landtags vorgestellt. Die Studie ergab keineswegs berauschende Ergebnisse.

Die Frage war, wie sich Schüler in 35 märkischen Pilotschulen entwickeln, wenn in der Klasse Kinder lernen, die früher aufgrund körperlicher oder psychischer und emotionaler Merkmalen aus normalen Schulen herausgenommen wurden. Wie die Studie ergab, hatten in Inklusionsklassen Schüler sowohl mit als auch ohne einen sonderpädagogischen Förderbedarf »niedrigere Kompetenzen« in Deutsch und in Mathematik als in anderen Klassen. »Dieser Befund war aufgrund der Zusammensetzung der untersuchten Klassen zu erwarten«, heißt es in der Zusammenfassung der Studie von Nadine Spörer.

Festgestellt wurde weiterhin, dass Schüler mit Förderbedarf messbar weniger dazulernten als solche ohne Förderbedarf, »so dass die Kompetenzunterschiede im Verlauf der zwei untersuchten Schuljahre größer wurden«. Ob sich die Schüler in einer traditionellen Förderschule anders entwickelt hätten, lasse sich »mit den vorliegenden Daten nicht beantworten«, heißt es. Das allerdings wäre sozusagen spielentscheidend und die wichtigste Frage überhaupt gewesen.

»Möglicherweise sind die Fortschritte, die diese Gruppe erreicht hat, aber deutlich größer als jene Leistungsfortschritte, die Schülerinnen und Schüler im gleichen Zeitraum in einer Förderschule erreichen«, schreibt Sprörer.

Was die Motivation betrifft, scheint normal zu sein, dass sie mit dem Fortschreiten der Grundschulzeit abnimmt. »Nachdenklich stimmt hier lediglich der Befund, dass sich teilweise auch negativere Verläufe für Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf zeigen ließen.«

Immerhin als erfreulich wird bewertet, dass die Kinder in den Pilotschulen, die früher in Regelschulen mit einem höheren Risiko der Ausgrenzung leben mussten, bezogen auf die Integration und das Klassenklima »keine durchgängigen Nachteile« hinzunehmen hatten. Allerdings wurde auch festgestellt, dass die Kinder sich weniger als andere Kinder durch ihre Lehrer angenommen fühlten. Das ist ein deutliches Manko, denn eigentlich sei das Ziel der inklusiven Schule gewesen, dass sich bislang benachteiligte Kinder »unabhängig von individuellen Merkmalen als angenommen und wertgeschätzt erleben« sollten. Die Einstellung von Lehrern zur Inklusionsschule fiel »eher positiv« aus, hält der Bericht fest.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!