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Patient stirbt in Köln am Lassa-Fieber

Experten halten eine Weiterverbreitung des Virus aber für unwahrscheinlich

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In Köln ist ein aus Afrika kommender Patient an Lassa-Fieber gestorben. Der Erreger ist gefährlich, eine Ansteckung von Menschen aus dem Umfeld des Reisenden aber, so Experten, höchst unwahrscheinlich.

Köln. Nach dem Tod eines aus Afrika kommenden Lassa-Fieber-Patienten in Köln halten Experten die Gefahr weiterer Ansteckungen für gering. »Lassa ist nicht so leicht übertragbar wie Ebola«, sagte Prof. Stephan Günther, Leiter der Abteilung Virologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, am Donnerstag in Köln. Eine Ansteckung innerhalb Europas sei bisher noch nie vorgekommen.

»In Afrika sehen wir schon Übertragungen«, erläuterte Günther. In den dortigen Hospitälern seien die Schutzmöglichkeiten oft aber auch viel schlechter als in Europa. Man wisse insgesamt von 20 bis 30 Lassa-Patienten, die im Laufe der Zeit aus Afrika nach Europa gekommen seien. Keiner von ihnen habe hier jemanden angesteckt, »obwohl sie zum Teil auch ungeschützt Kontakt hatten, auch mit Familienangehörigen«. Günther folgert daraus: »Das muss man abstufen zu Ebola. Das Risiko ist nicht sehr hoch, es ist aber da«.

Prof. Jonas Schmidt-Chanasit, ebenfalls vom Bernhard-Nocht-Institut, sagte, nach einem Lassa-Fall wie dem in Köln träten umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen in Kraft. »Man verbrennt zum Beispiel die Klinikabfälle. Dafür gibt es ganz strikte Anweisungen, wie so ein Material entsorgt wird.« Alle übrig gebliebenen Proben würden als Hochsicherheitstransport ins Institut für Tropenmedizin gebracht.

Nach Angaben der Kölner Uniklinik war der Patient mit der Diagnose Malaria direkt aus Afrika nach Köln überwiesen worden. Wenige Stunden später sei er gestorben, sagte Sprecher Timo Mügge. Am Mittwoch - also erst nach dem Tod - habe das Bernhard-Nocht-Institut die Verdachtsdiagnose Lassa-Fieber gestellt. Daraufhin seien umgehend die zuständigen Behörden informiert worden. Das Krankenhaus wollte vorerst nicht bekanntgeben, ob es sich bei dem Patienten um einen Mann oder eine Frau handelte. Zu Details wollte sich die Uniklinik im Laufe des Donnerstags äußern.

Das Lassa-Fieber zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den sogenannten hämorrhagischen Fiebern. Lassa-Viren können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich. Die Infektion kann tödlich verlaufen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) müssen Erkrankte strikt isoliert werden. Lassa tritt in mehreren Ländern Westafrikas auf. In Deutschland kommt die Krankheit nur äußert selten vor, wenn sie durch Reisende aus Afrika eingeschleppt wird. Das RKI zählt bislang - mit Stand Oktober 2011 - für Deutschland nur fünf Krankheitsfälle auf. dpa/nd

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