Pro Asyl warnt vor »Turbo-Asylverfahren«

Rechtsstaatlichkeit dürfe nicht der Schnelligkeit geopfert werden / Bertelsmann Stiftung: stärkere Vorsortierung der Asylgesuche nötig / Zeithorizont von drei Monaten aus Sicht der Flüchtlinhshilfsorganisation ausreichend

Schon jetzt sei hierzulande zu beobachten, wie das Vorgehen nach Herkunftsland und Quote den Blick auf die individuelle Prüfung der Fluchtgründe verstelle, kritisiert Pro Asyl. Wichtig sei »eine vernünftige Gesamtorganisation«.

Frankfurt am Main. Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl warnt vor sogenannten »Turbo-Verfahren« zur Abarbeitung des Asylantragsstaus. Zwar seien schnellere Asylverfahren wünschenswert, sagte der stellvertretende Geschäftsführer von Pro Asyl, Bernd Mesovic, in Frankfurt am Main. Jede Art von beschleunigten Verfahren müsse sich aber der Frage stellen, wie Rechtsstaatlichkeit zu gewährleisten sei. Hintergrund ist eine am Freitag veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung, die das reformierte Asylverfahren der Schweiz mit schnelleren Verfahren in Teilen auch für Deutschland empfiehlt.

Schon jetzt sei hierzulande zu beobachten, wie das Vorgehen nach Herkunftsland und Quote den Blick auf die individuelle Prüfung der Fluchtgründe verstelle, warnte Mesovic. Genau das mache aber den Kern des Asylrechts aus. Bei der Entscheidung, wer in ein Schnellverfahren gehöre, g...


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