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AfD in Sachsen-Anhalt stärker als Linkspartei

Magdeburg: CDU laut Prognosen vor Rechtsaußen-Partei - Linkspartei nur Dritte / Grüne gewinnen vor CDU in Baden-Württemberg / SPD siegt vor CDU in Rheinland-Pfalz / Der Newsblog

Update 18.22 Uhr: So geht der Abend weiter

  • Wie weiter nach dem Rechtsruck? Hier geht es weiter mit unserem Newsblog zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
  • Kretschmann siegt, doch Grün-Rot abgewählt: Hier geht es weiter mit unserem Newsblog zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.
  • Die SPD gewinnt, doch die rot-grüne Koalition steht vor dem Aus. Hier geht es weiter mit unserem Newsblog zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.

Update 18 Uhr: AfD in Sachsen-Anhalt stärker als Linkspartei
Nach den ersten Prognosen von Infratest für die ARD von 18 Uhr sieht es so aus: In Sachsen-Anhalt kommt die AfD wohl auf den zweiten Platz – laut der Nachwahlbefragungen erreicht die Rechtsaußen-Partei 23 Prozent. Die Linkspartei kommt nur auf 17 Prozent (minus 6,7). Die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff gewinnt in dem Bundesland mit 29 Prozent (minus 3,5). Die SPD stürzt ab auf 11,5 Prozent (minus 10). Ob Grüne und FDP den Einzug in den Landtag schaffen, ist noch offen.

In Baden-Württemberg gewinnen die Grünen mit 32 Prozent (plus 7,8). Die CDU kommt laut der Prognosen auf 27,5 Prozent (minus 11,5), Die SPD muss auch hier deutliche Verluste hinnehmen und steht bei 13 Prozent (minus 10). Nur knapp dahinter kommt die Rechtsaußen-Partei AfD ins Ziel – mit 12,5 Prozent. Die FDP kann mit 8 Prozent rechnen (plus 2,7). Die Linkspartei hat den Einzug in den Landtag erneut verfehlt – mit 3 Prozent.

In Rheinland-Pfalz gewinnt die SPD von Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit 37,5 Prozent (plus 1,8). Die CDU kommt dahinter auf 32,5 Prozent (minus 2,8). Die AfD erreicht hier 11 Prozent. Die FDP steht bei 6 Prozent, die Grünen kommen auf 5,5 Prozent. Auch hier hat die Linkspartei den Einzug in den Landtag erneut verfehlt.

Update 16.45 Uhr: SPD fordert »knallharte« Auseinandersetzung mit AfD
Angesichts des erwarteten Wahlerfolgs der Alternative für Deutschland (AfD) hat sich der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, für eine härtere Gangart gegenüber der rechtspopulistischen Partei ausgesprochen. »Wir müssen uns knallhart mit den Personen und den Positionen der AfD auseinandersetzen«, sagte Lischka dem »Handelsblatt«. Dann werde »sehr schnell klar, dass hier eine ganz dünne Suppe mit nur wenig Substanz gekocht wird«.

Die Partei sei derzeit ein »Sammelbecken von Protestlern, die sich über platte bis hin zu fremdenfeindlichen Parolen definieren«, ergänzte Lischka. »Insofern sind auch die Übergänge ins rechtsextreme Spektrum zum Teil durchaus fließend.«

Aus Sicht des Vize-Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, wandelte sich die AfD in den vergangenen Monaten zu einer rechtsradikalen Partei. »Die Grenze ins rechtsextreme Milieu verschwimmt mehr und mehr. Nicht ohne Grund wirbt die NPD offen damit, die AfD zu wählen«, sagte von Notz dem »Handelsblatt«.

Er wies zudem darauf hin, dass Teile der AfD als »parlamentarischer Arm der Pegida-Demonstrationen« agierten. Es sei überdies bezeichnend, dass die Europaabgeordneten der Partei, Marcus Pretzell und Beatrix von Storch, derzeit im Europäischen Parlament darüber verhandelten, zukünftig Mitglieder der Fraktion »Europa der Nationen und der Freiheit« um Marine Le Pen und die französische rechtsextreme Partei Front National zu werden.

Update 16.40 Uhr: Landeswahlleiter rechnet in Sachsen-Anhalt mit 60 Prozent Wahlbeteiligung
In Sachsen-Anhalt sind am Sonntag bisher deutlich mehr Menschen zur Landtagswahl gegangen als noch 2011. Wie die Landeswahlleiterin mitteilte, lag die Wahlbeteiligung um 16.00 Uhr bei 47,1 Prozent. Bei der vorausgegangenen Landtagswahl waren es zu diesem Zeitpunkt erst 40,2 Prozent. Allerdings dürfte der Spitzenwert bei einer Landtagswahl nicht mehr erreicht werden. Dieser lag 1998 am Ende des Wahltages bei 71,5 Prozent. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtete, rechnete Landeswahlleiterin Christa Dieckmann mit einer Wahlbeteiligung von insgesamt 60 Prozent.

Update 16.10 Uhr: Freiburg veröffentlich fiktives Wahlergebnis
Kleine Panne bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, die vielleicht den ein oder anderen AfD-Anhänger zu wilden Spekulationen inspririert: Die Stadt Freiburg hatte für kurze Zeit versehentlich fiktive Wahlergebnisse aus zwei Wahlkreisen ins Internet gestellt. Ursache für den Fehler waren technie Tests, wie ein Rathaussprecher erklärte. Man habe überprüfen wollen, ob die Namen der Kandidaten auch bei besonders langen Prozentstimmen-Balken auf mobilen Geräten noch lesbar sind. Verschwörungstheoretiker können ihre Schnappattmung allerdings gleich wieder einstellen: »Es gibt keine Verschwörung, es war ein technischer Fehler durch menschliches Versagen.«

Update 16.00 Uhr: Wahlbeteiligung höher als 2011
An dieser Stelle noch einmal frische Zahlen zur Wahlbeteilung: In Rheinland-Pfalz gaben bis 14.00 Uhr dem Trend zufolge landesweit inklusive Briefwahl 56 Prozent der Bürger ihre Stimme ab, wie ein Sprecher des Landeswahlleiters am Sonntag mitteilte. Bei der Wahl vor fünf Jahren habe die Wahlbeteiligung zur gleichen Zeit bei 43 Prozent gelegen. Nach der generellen Einschätzung von Wahlforschern sind die Zwischenstände bei der Wahlbeteiligung allerdings nur erste Anhaltspunkte und sagen noch nichts Genaues über die endgültige Wahlbeteiligung aus.

In Baden-Württemberg gaben nach Angaben der Wahlleitung bis 14.00 Uhr 35,5 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab. 2011 lag die Wahlbeteiligung inklusive Briefwahl zu diesem Zeitpunkt bei 30,7 Prozent. Ohne Briefwähler kam die Landeswahlleiterin auf eine Beteiligung von 42,5 Prozent nach 34,6 vor fünf Jahren.

In Sachsen-Anhalt gingen bis 14 Uhr 35,4 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen, wie das Statistische Landesamt in Halle mitteilte. So viele waren es zu diesem Zeitpunkt bei keiner der drei vorausgegangenen Landtagswahlen.

Update 14.50 Uhr: Wer spricht Wahlprogramm?
Komplizierte Fremdwörter, Anglizismen und Schachtelsätze - die Programme der Parteien zu den heute stattfindenen Landtagswahlen sind einer vor wenigen Tagen veröffentlichen Studie der Universität Hohenheim zufolge schwer zu verstehen. »Die Wahlprogramme sind so unverständlich wie eine Doktorarbeit«, lautet das ernüchternde Ergebnis.

Auf einer Skala von 0 für völlig unverständlich bis 20 für sehr verständlich bekamen die Programme in Sachsen-Anhalt im Schnitt eine 7,8. Baden-Württemberg landete mit einem Wert von 7,9 leicht davor, Rheinland-Pfalz mit 7,6 dahinter. Das am besten lesbare Programm kam laut Studie von der LINKEN Baden-Württemberg. Am kompliziertesten von allen stellte dieselbe Partei ihre Vorstellungen in Rheinland-Pfalz dar, wie der Leiter der Studie, Frank Brettschneider, konstatierte.

Update 14.20 Uhr: Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt höher als bei vorherigen Abstimmungen
Der sich bisher abzeichnende Trend zu einer höheren Wahlbeteiligung scheint sich in den Bundesländern fortzusetzen. Das Statistische Landesamt in Sachsen-Anhalt meldete, dass bis 14 Uhr bereits 35,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt erst 28,5 Prozent gewesen, 2006 sogar nur schwache 20,1 Prozent.

Eine ähnlich erfreuliche Meldung kommt vom Landeswahlleiter in Rheinland-Pfalz. Dort hatten bis 13 Uhr bereits 48 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Gegenüber der Landtagswahl 2011 entspricht dies einem Zuwachs von neun Prozentpunkten.

Nach Einschätzung von Wahlforschern sind die Zwischenstände bei der Wahlbeteiligung allerdings nur erste Anhaltspunkte und sagen noch nichts genaues über die endgültige Wahlbeteiligung aus.

Update 13.50 Uhr: Linkenchef Riexinger hofft auf Einzug im Südwesten
Der Bundesvorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, setzt auf die Chance auf einen erstmaligen Einzug seiner Partei in den Landtag von Baden-Württemberg. In Umfragen stand die Partei allerdings bei Werten von drei bis vier Prozent. »Am Sonntag zählt jede Stimme und bis zur Eröffnung der Wahllokale jede Unterstützung für eine soziale Politik«, sagte Riexinger. Seine Partei stehe »für die Hilfe von Menschen in Not, gegen Rüstungsexporte und rechte Hetze, für sozialen Wohnungsbau und gegen das Kaputtsparen des öffentlichen Dienstes, für die Vermögenssteuer und für eine ökologische Mobilitätspolitik«.

Update 13.00 Uhr: Wahlbeteiligung in Rheinland-Pfalz deutlich höher als 2011
Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zeichnet sich nach einem ersten Trend eine deutliche höhere Wahlbeteiligung als 2011 ab. Bis 12 Uhr hätten nach einer ersten Stichprobe landesweit mit Briefwahl 44 Prozent der Menschen ihre Stimme abgegeben, sagte ein Sprecher des Landeswahlleiters am Sonntag. 2011 habe die Wahlbeteiligung zur gleichen Zeit bei 31 Prozent gelegen.

Auch in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt zeichnete sich am Mittag eine stärkere Beteiligung an den dortigen Landtagswahlen ab: Wie das Statistische Landesamt in Sachsen-Anhalt mitteilte, lag die Wahlbeteiligung um 12 Uhr bei 25 Prozent (2011: 19,8). Auch im Süden stimmten in den größeren Städten den Schätzungen nach etwas mehr Menschen ab als 2011.

Update 12.50 Uhr: Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt bisher höher als 2011
Erfreulich: Neben der Wahl in Baden-Württemberg zeichnet sich bisher auch in Sachsen-Anhalt eine höhere Beteiligung aus: Bis zum Mittag hätten mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als zuletzt vor fünf Jahren. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, lag die Wahlbeteiligung um 12.00 Uhr bei 25 Prozent. Ein stärkerer Andrang an den Wahlurnen war nur bei den Wahlen 1994 und 1998 verzeichnet worden. Damals wurden 25,7 beziehungsweise 35,7 Prozent erreicht. Bei der Landtagswahl 2011 waren es zu diesem Zeitpunkt erst 19,8 Prozent.

Update 12.30 Uhr: Höhere Wahlbeteiligung in Stuttgart
In den ersten drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale hat in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart bereits jeder dritte Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung in den Wahllokalen habe bei 17,7 Prozent gelegen, sagte ein Stadtsprecher am Sonntag. Gemeinsam mit den Briefwählern hätten damit bereits 32,3 Prozent der 290.000 Berechtigten ihr Kreuzchen gesetzt. Im Vergleich zur Landtagswahl 2011 sei das eine um drei Prozentpunkte höhere Beteiligung - bei der Wahl an der Urne sowie per Post. Auch in der zweitgrößten Stadt in Baden-Württemberg, Karlsruhe, wurde in den ersten beiden Studen nach Öffnung der Wahllokale eine leicht erhöhte Wahlbeteiligung verzeichnet.

In Sachsen-Anhalt werden am frühen Nachmittag erste Angaben zur Wahlbeteiligung erwartet. Wie der Sprecher der Stadt Halle, Drago Bock am Sonntag sagte, dürften für die größte Stadt des Landes frühestens gegen 13.00 Uhr die ersten Zahlen vorliegen. In mehr als 2000 Wahllokalen können die Bürger zwischen Arendsee und Zeitz bis 18.00 Uhr ihre Stimme abgeben. Insgesamt sind rund 1,9 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Die bisher höchste Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen gab es 1998 mit 71,5, die niedrigste 2006 mit 44,4 Prozent.

Update 11 Uhr: SPD-Chef Gabriel warnt vor Anti-Demokraten
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat das Aufkommen nationalistischer Parteien in Europa beklagt. »Wir haben überall in Europa eine Entwicklung zu nationalistischen Parteien, leider auch in Deutschland«, sagte Gabriel nach einem Treffen sozialdemokratischer Staats- und Regierungschefs in Paris. »Am Ende geht es darum, wieviele Menschen zur Wahl gehen. Wenn die Demokraten nicht wählen gehen, dann gewinnen die Anti-Demokraten.« Gabriel äußerte sich dennoch zuversichtlich, dass die bei weitem meisten Wähler bei den Landtagswahlen am Sonntag für demokratische Parteien stimmen würden. »Man darf jetzt auch nicht anfangen, panisch zu werden, sondern es gibt eine klare Haltung, dass wir zu Menschlichkeit und Solidarität stehen«, sagte Gabriel mit Blick auf den Aufschwung rechtspopulistischer Parteien. »Wir werden jetzt nicht wegen zehn Prozent Rechtsradikaler unsere Positionen ändern.« Die Aussichten der SPD sieht Gabriel bei den Landtagswahlen nicht gefährdet, weil seine Partei geschlossen dastehe. Die Spaltungen innerhalb der CDU könnten aber Kanzlerin Angela Merkel zum Verhängnis werden, weil ihr die eigenen Wahlhelfer in den Rücken fielen, meint der Vizekanzler.

Update 9 Uhr: Nordosten blickt mit Spannung auf die Wahlen
Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird in diesem Jahr noch gewählt - am 4. September. Im Nordosten wird deshalb mit besonderer Spannung auf die drei Landtagswahlen geblickt. Vor allem der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, wo - wie in Schwerin - eine große Koalition regiert und die Rechtsaußen-Partei AfD in Umfragen großen Zuspruch fand, könnte Rückschlüsse für die Wahl ein halbes Jahr später im Nordosten liefern. In einer Umfrage im Februar erzielte sie im Nordosten 16 Prozent. SPD-Landeschef und Ministerpräsident Erwin Sellering tritt mit dem Anspruch an, seine Partei erneut zum Wahlsieg zu führen und weiter Regierungschef zu bleiben. Allerdings lag die SPD in der jüngsten Umfrage erstmals seit vielen Jahren wieder hinter der CDU, die von Innenminister Lorenz Caffier geführt wird. Beide Politiker werden sich am Abend zu den Wahlergebnissen äußern, ebenso wie Spitzenvertreter anderer Parteien. Derzeit sind noch Linkspartei, Grüne und NPD im Landesparlament Mecklenburg-Vorpommerns vertreten.

Update 8.20 Uhr: Die Fakten für Rheinland-Pfalz
2011 trat in Rheinland-Pfalz nach der Wahl zum ersten Mal eine rot-grüne Koalition an. Die FDP flog aus dem Landtag. Nun kommt es am 13. März zum Frauenduell zwischen SPD-Regierungschefin Malu Dreyer und ihrer CDU-Herausforderin Julia Klöckner. Bei den Grünen sind es Vizeregierungschefin Eveline Lemke und Fraktionschef Daniel Köbler. Für die FDP wirft Landeschef Volker Wissing den Hut in den Ring. AfD-Spitzenkandidat ist der Landesvorsitzende Uwe Junge. Die Linke wartet mit ihrem Duo Kathrin Meß und Jochen Bülow auf. Rot-Grün wird nach den bisgerigen Umfragen die Mehrheit verlieren. Eine Regierungsmehrheit hätten nur noch eine große Koalition unter CDU-Führung oder ein »Jamaika«-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. Ein Zusammengehen mit der AfD hat CDU-Frontfrau Klöckner mehrfach ausgeschlossen. Bei den Wahlen 2011 kam die SPD mit 35,7 Prozent knapp vor der CDU mit 35,2 Prozent ins Ziel, die Grünen holten 15,4 Prozent. FDP (4,2 Prozent) und Linkspartei (3 Prozent) scheiterten damals an der Sperrklausel. 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 61,8 Prozent. Heute dürfen 3,1 Millionen Bürger wählen. Nun treten 14 Parteien mit insgesamt 634 Bewerbern an. Außerdem gibt es 2 Einzelbewerber. Der Landtag zählt 101 Abgeordnete. In Rheinland-Pfalz gibt es zwei Stimmen - es ist eine personalisierte Verhältniswahl. Mit der Erststimme werden die Direktkandidaten in den 51 Wahlkreisen gewählt. Die Zweitstimme ist für die gesamte Sitzverteilung im Landtag maßgebend. Bislang sind drei Parteien im Landtag vertreten. Auf die beiden Regierungsfraktionen entfallen 59 Mandate (SPD 42, Grüne 17). Die CDU hat 41 Sitze. Hinzu kommt der Abgeordnete Rahim Schmidt, der ursprünglich Grünen-Politiker war, inzwischen aber fraktionslos ist.

Update 8.15 Uhr: Alle Hintergründe zu den Wahlen
Wie stark werden die Rechten? Welche Chancen hat Mitte-Links? Was bedeuten die Abstimmungen für die Bundespolitik? Zu den Landtagswahlen in den drei Ländern gibt es ein ausführliches nd-Dossier mit Hintergründen, Kommentaren, Interviews.

Update 8.10 Uhr: Die Fakten für Baden-Württemberg
Vor fünf Jahren gab es in Baden-Württemberg eine Machtwechsel hin zu einer grün-roten Koalition mit dem ersten grünen Ministerpräsidenten überhaupt. An diesem Sonntag will Winfried Kretschmann seine Position verteidigen. Das letzte ZDF-»Politbarometer« vor der Wahl sah die Grünen bei 32 und die CDU bei 29 Prozent. Dahinter folgen SPD (14 Prozent), AfD (11), FDP (6) und die Linke (4). Beiden Wahlen 2011 hatte die CDU 39 Prozent erhalten, die Grünen erzielten 24,2 Prozent, die SPD 23,1 Prozent. Die FDP holte 5,3 Prozent, die Linkspartei war mit 2,8 Prozent an der Sperrklausel gescheitert. Laut den aktuellen Umfragen hat Grün-Rot seine Mehrheit verloren und liegt gleichauf mit CDU, AfD und FDP. Auch für ein Bündnis aus CDU und SPD reicht es nicht. Da niemand mit der rechtspopulistischen AfD zusammenarbeiten will, wären eine Koalition aus Grünen und CDU, eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP oder ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP möglich. Spitzenkandidat der Grünen ist Winfried Kretschmann (67). Für die SPD tritt der derzeitige Vize-Regierungschef und Landesvorsitzende Nils Schmid (42) an. CDU-Herausforderer ist der Landtagsfraktionschef Guido Wolf (54). Bei der FDP ist Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (54) das Aushängeschild. Die Linke schickt ein Duo aus Bundeschef Bernd Riexinger (60) und der Mannheimer Stadträtin Gökay Akbulut (33) ins Rennen. Die Rechtsaußen-Partei AfD setzt auf ihren Landes- und Bundeschef Jörg Meuthen (54). Rund 7,7 Millionen Menschen sind im Südwesten wahlberechtigt. 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 66,3 Prozent. Nun treten 22 Parteien mit 792 Bewerbern zur Wahl an. Zudem gibt es 3 Einzelbewerber. Der Landtag hat mindestens 120 Abgeordnete. In Baden-Württemberg hat der Wähler nur eine Stimme. Damit votiert er für den Direktkandidaten eines Wahlkreises. Davon gib es 70. Die Stimme wird aber zugleich für die proportionale Sitzzuteilung einer Partei im Landtag gezählt. Bislang sind vier Parteien im Landtag vertreten. Auf die beiden Regierungsfraktionen entfallen 71 Mandate (Grüne 36, SPD 35). Die CDU hat 60 Mandate, die FDP 7.

Update 8 Uhr: Bischoff Marx: Keine Stimme für den Hass
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, hat dazu aufgefordert, an diesem Wahlsonntag keine fremdenfeindlichen Parteien zu wählen. »Ein Christ darf seine Stimme niemandem geben, der Hass verbreitet oder Rassismus predigt, der ausgrenzt und ein Freund-Feind-Schema propagiert«, sagte er der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Kritik äußerte Marx auch am unionsinternen Streit über die Flüchtlingspolitik. Manche Äußerungen aus der CSU hätten ihn »zumindest irritiert«, sagte der Kardinal. Der Begriff der Obergrenze für die Flüchtlingsaufnahme suggeriere eine Lösung, »die so nicht zu finden ist«. »Mir wäre wirklich lieber, dass in einer solchen herausfordernden Situation die Regierung gemeinsam und im vertrauensvollen Miteinander agiert«, sagte er.

Update 7.55 Uhr: Die Fakten für Sachsen-Anhalt
Mit der Wahl von Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) gab es vor fünf Jahren einen Personalwechsel in der Magdeburger Staatskanzlei - doch die schwarz-rote Koalition wurde damals bestätigt. Manches deutet darauf hin, dass es auch nach diesem Sonntag so weitergeht. Die Wahl blieb bis zuletzt spannend. Zwar sahen Umfragen die CDU als klaren Gewinner. Ob es für eine Neuauflage von Schwarz-Rot reicht, ist aber ungewiss. Das könnte davon abhängen, ob Grüne und FDP den Einzug schaffen. Großes Aufsehen dürfte die Rechtsaußen-Partei AfD erregen. Laut Umfragen steuert sie auf ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl zu – sie erreichte in Umfragen 17 bis 19 Prozent.

Der SPD drohen dagegen deutliche Einbußen. In den jüngsten Umfragen kam die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff auf Werte zwischen 29 und 32 Prozent. Die Linkspartei wurde mit 19 bis 21 Prozent bewertet. Für die SPD hatten die Demoksopen zuletzt nur 14 Prozent errechnet, in anderen Umfragen kam die Partei zuletzt auf 15 bis 18 Prozent. Die Grünen müssen mit Umfragewerten zwischen fünf und sechs Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Die FDP erreichte Werte zwischen vier und fünf Prozent.

Insgesamt treten 14 Parteien an. Daher wäre wohl nur die Fortsetzung der schwarz-roten Koalition möglich. Rot-Rot-Grün hätte keine Mehrheit im Landtag. Bislang sind vier Parteien dort vertreten. Die CDU hatte 2011 mit 32,5 Prozent gewonnen, die Linkspartei kam mit 23,7 Prozent auf den zweiten Platz. Die SPD erreichte seinerzeit 21,5 Prozent. Die Grünen hatten 7,1 Prozent erzielt.

Zuletzt gehörten 68 Abgeordnete der Regierungskoalition (CDU 42, SPD 26) an. Die Linkspartei stellte 28 und die Grünen 9 Abgeordnete. Spitzenkandidat der CDU ist Haseloff (62). Die Linkspartei stellte ihren Fraktionsvorsitzenden Wulf Gallert (52) auf Platz eins. Die SPD zieht mit Fraktions- und Parteichefin Katrin Budde (50) in den Wahlkampf. Bei den Grünen ist Fraktionschefin Claudia Dalbert (61) das Aushängeschild. Die Rechtsaußen-Partei AfD tritt mit Landeschef André Poggenburg (41) an, die FDP mit Frank Sitta (37).

7.40 Uhr: Alle Augen auf drei Bindestrich-Länder gerichtet
In 20 Minuten öffnen für Millionen Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Stimmlokale. Die Landtagswahlen sind in den vergangenen Wochen zu einer Art Referendum über die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung stilisiert worden - in den Ländern geht es eigentlich um etwas anderes. Der Aufstieg der Rechtsaußen-Partei AfD hat die mediale Debatte stark bestimmt, der Ausgang der Wahlen könnte sich auf die Bundespolitik auswirken. Zwar wird nicht damit gerechnet, dass Kanzlerin Angela Merkel oder SPD-Chef Sigmar Gabriel von möglichen Niederlagen ihrer Parteien zu unmittelbaren Konsequenzen getrieben werden. Die Ergebnisse dürften aber sowohl innerhalb der Parteien als auch im Politbetrieb ingesamt Spuren hinterlassen. Auch die Bildung von Regierungen wird mit dem wahrscheinlichen Einzug der AfD in drei Landtage schwieriger. Agenturen/nd

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