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Gangster, Müll und Islamisten

Donald Trump provoziert zunehmend Proteste

Dustin Hoffman ist sich sicher, dass Donald Trump nicht der nächste Präsident der USA sein wird. Er spreche vor allem die weniger gebildeten, weißen Amerikaner an, doch die Gesellschaft der Vereinigten Staaten sei sehr vielschichtig, so der zweifache Oscar-Preisträger. Die Nominierung als Kandidat der Republikaner aber habe er »praktisch schon in der Tasche«. Am Wochenende allerdings konnte der Milliardär, der bisher die meisten Vorwahlen gewann, seine Delegiertenzahl für den Nominierungsparteitag der Grand Old Party im Sommer kaum aufstocken. Im Bundesstaat Wyoming gewann Ted Cruz mit 66,3 Prozent der Stimmen neun Delegierte, Trump kam mit lediglich 7,2 Prozent auf einen. So wie Senator Marco Rubio, der jedoch in Washington DC siegte und dort zehn der 19 Mandate holte. Während die anderen neun Gouverneur John Kasich zugeschrieben wurden, ging Trump sogar leer aus. Er steht nunmehr bei 464 Delegierten; Cruz, der sich zudem eine Stimme im US-Außengebiet Guam sicherte, weist 371 auf, Rubio 166 und Kasich 63.

Aber nicht das bestimmte am Wochenende die Schlagzeilen, sondern die wachsenden Proteste bei den provozierenden Wahlkampfauftritten des Rechtspopulisten Trump. In Chicago mischten sich am Freitag (Ortszeit) Hunderte Gegendemonstranten unter seine Anhänger. Es gab gewaltsame Zusammenstöße, fünf Menschen wurden festgenommen, zwei Polizisten verletzt, die Veranstaltung schließlich aus Sicherheitsgründen abgesagt. Schon zuvor hatten Hunderte Demonstranten, unter ihnen viele Schwarze und Latinos, auf dem Uni-Campus gegen Trumps rassistische Äußerungen demonstriert. »Wir sind keine Vergewaltiger«, konnte man etwa auf Plakaten lesen.

Auch in Kansas City im Bundesstaat Missouri und in Cleveland wurde der bisherige republikanische Favorit am Wochenende auf Wahlkampfveranstaltungen immer wieder unterbrochen. Polizisten verhafteten Demonstranten und Trump griff sie scharf an: Sie seien Gangster, Islamisten, Müll. Er drohte, von nun an Störer bei seinen Kundgebungen zu verklagen.

Seine Vorwahlrivalen wiederum warfen ihm vor, die Spannungen selbst anzuheizen. Er habe Zwietracht gesät und nun die Früchte der Gewalt geerntet, so John Kasich. US-Präsident Barack Obama appellierte an die Bewerber, den Ton bei Wahlkampfauftritten zu mäßigen, mit den »Beleidigungen und Pausenhof-Pöbeleien« ebenso aufzuhören wie mit der »Verdrehung von Tatsachen«. Die »Spaltung entlang der Linie von Rasse und Glauben« werde nicht gebraucht. Massive Kritik kam auch von den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern Hillary Clinton und Bernie Sanders. Bei ihrer Vorwahl ging es am Wochenende um das US-Außengebiet Nördliche Marianen im Pazifik. Clinton gewann dort laut US-Medienberichten vier Delegiertenstimmen, ihr Konkurrent zwei. Sie erhält zudem alle fünf Stimmen der sogenannten Superdelegierten, die bei den Demokraten auf dem Nominierungsparteitag ungeachtet der Ergebnisse der Vorwahlen frei agieren können.

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