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Die Macht der Mythen

Der Vorschlag des Justizministers für ein neues Sexualstrafrecht macht einiges besser, dürfte jedoch neue Probleme schaffen

  • Von Ines Wallrodt
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

In Deutschland wird darüber gestritten, was als Vergewaltigung gilt. Dabei geht es um eine banale Anerkennung: Schuld ist der Täter. Bislang ist das nicht so klar. Nun berät das Kabinett.

Wieder und wieder fragen sie sich: Was habe ich falsch gemacht? Warum ist ausgerechnet mir das passiert? Sie machen sich Vorwürfe, weil sie sich nicht gewehrt haben. Viele Frauen, die bei der Berliner Beratungsstelle LARA für vergewaltigte und sexuell belästigte Frauen anrufen, wissen nicht, wie sie mit dem umgehen sollen, was ihnen widerfahren ist. Anzeige erstatten wollen die wenigsten. Im Gegenteil, oft sind sie voller Scham und Schuldgefühle. Es mag im ersten Moment abwegig klingen: »Aber sich selbst eine Mitschuld zu geben, erscheint entlastend, um sich weniger als Opfer zu fühlen«, erklärt LARA-Beraterin Yvonne Halejcio-Lindner.

Die Sozialpädagogin hält jedoch einen weiteren Faktor für wichtiger. Es sind gesellschaftliche Mythen über Vergewaltigung - Mythen, die auf uralten Vorstellungen von weiblicher Verführungskraft und auf patriarchalen Verhältnissen beruhen. Frauen kennen sie aus ihrem sozialen Umfeld, haben sie aber au...


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