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Widerstand bei Bombardier

Protest gegen angekündigten Stellenabbau beim Zughersteller

Berlin. Aus Protest gegen den angekündigten Stellenabbau beim Zughersteller Bombardier haben sich Tausende Mitarbeiter an einem bundesweiten Aktionstag beteiligt. Allein vor den sächsischen Werken in Görlitz und Bautzen versammelten sich am Donnerstag rund 1800 Beschäftigte. In Hennigsdorf (Brandenburg) kamen mehr als 800 Menschen zusammen. »Die Belegschaften setzen heute ein deutliches Zeichen gegen ein Management nach Gutsherrenart«, sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Wobst. Stellenabbau, Produktions- und Kompetenzverlagerungen lösten keines der bestehenden Probleme. Bombardier will 1430 seiner 10 500 Arbeitsplätze in Deutschland streichen - davon 1200 an seinen drei größten Standorten im Osten. Der Zughersteller hält trotz wachsenden Widerstands an den Plänen fest und verweist auf die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Ein Jobkahlschlag dieser Dimension sei das Ergebnis »völliger Konzeptionslosigkeit des Managements«, sagte IG-Metall-Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Lemb in Hennigsdorf, wo 270 der 2800 Mitarbeiter betroffen sind. Laut IG Metall will der Konzern die Fertigung von Wagenkästen einstellen und Montagearbeiten in Niedriglohnländer verlagern.

Zu dem Aktionstag hatten IG Metall und Betriebsräte aufgerufen. Auch in Braunschweig, Frankfurt am Main, Mannheim und Siegen gab es Proteste. Die Kasseler Belegschaft beteiligte sich aus Angst vor einer Werkschließung mit rund 500 Beschäftigten an dem Aktionstag.

Der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn kritisierte die »betriebswirtschaftliche Kurzsichtigkeit«, das Kompetenzzentrum des Schienenfahrzeugbaus in Sachsen trotz voller Auftragsbücher zu schwächen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) erklärte, er habe Bombardier alle möglichen Hilfen angeboten. dpa/nd Seite 17

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