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Akademische Wanderbewegung

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2014 bescheinigte das Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) zu »Forschung, Innovation und technologische Leistungsfähigkeit« Deutschland eine »eher mäßige Bilanz von Zu- und Abwanderung bei Wissenschaftlern und Erfindern« (e-fi.de). Insbesondere gebe es eine Abwanderung von Spitzenwissenschaftlern ohne nennenswerte Zuwanderung. Verschärft wurde diese Situation durch den Trend deutscher Unternehmen, ihre Forschungs- und Entwicklungsbereiche ins Ausland zu verlegen, um international angesehene Wissenschaftler direkt abzufangen. Dies betrifft vor allem Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie. Um hiesige Wissenschaftler zu halten, sprach man sich für »exzellente« Projekt- und bessere Grundfinanzierung des deutschen Forschungssystems aus. Zudem sollten ausländische Doktoranden bessere Arbeitsbedingungen erhalten. Ferner sollten Programme für eine gezielte Rückkehr eingerichtet, bestehende sollten evaluiert werden.

Die Studie »International Mobil Motive, Rahmenbedingungen und Folgen der Aus- und Rückwanderung deutscher Staatsbürger« des Sachverständigenrats Deutscher Stiftungen für Innovation und Migration von 2015 verschiebt dieses Bild ein wenig (svr-migration.de). Demnach wanderten Hochqualifizierte in keinem »großen Umfang« aus Deutschland ab. Es gingen zwar überwiegend Akademiker ins Ausland, aber viele würden nach wenigen Jahren wieder zurückkehren. Nur eine »eine Minderheit« beabsichtige, auf Dauer im Ausland zu leben. Alle Auswanderer seien durch verbesserte Einkommens- und Arbeitsbedingungen, interessantere Tätigkeiten und Weiterbildungen sowie durch die Möglichkeit, »neue Erfahrungen« zu machen, motiviert. Rückkehrgründe seien in erster Linie familiäre oder partnerschaftliche.

Ein Auslandsaufenthalt lohnt sich aber nicht in jedem Fall. Während sich ein solcher für Nichtakademiker positiv auf die berufliche Karriere und auf das Einkommen auswirke, habe die Gruppe der aus dem Ausland zurückgekehrten Akademiker in der Regel finanzielle Einbußen zu verzeichnen.

Insgesamt stellen Auswanderer mit Migrationshintergrund die größte Gruppe dar. Allerdings werden sie laut der Studie weniger durch berufliche als durch familiäre oder partnerschaftliche Gründe motiviert, ins Ausland zu wechseln. Als Grund genannt wurde auch die »Unzufriedenheit mit Deutschland«. Anders als gemeinhin angenommen, geht diese Gruppe nicht in ihr Heimatland oder das der Eltern. Man nimmt an, dass sie durch ihre Migrationsgeschichte zu einer allgemein »höheren Migration« neigen. Das Migrationsmagazin migazin.de spricht deshalb von »Brain Circulation statt Brain Drain«. Und dennoch klagt auch 2016 laut dts-nachrichtenagentur.de der Migrationsforscher Jochen Oltmer über »erhebliche Versäumnisse« seitens der Bundesregierung, hochqualifizierte Zuwanderer anzuwerben. Lena Tietgen

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