Busfahrer verweigert Aussage

Zwei deutsche Studentinnen unter den 13 Opfern des Busunfalls in Spanien

  • Von Daniel Bosque, Tortosa
  • Lesedauer: 2 Min.
13 Studentinnen aus sechs Ländern starben beim Busunglück in Spanien am Sonntag - darunter laut den örtlichen Behörden zwei Deutsche.

Wie die Behörden am Montag mitteilten, endete der Ausflug für sieben Studentinnen aus Italien, zwei aus Deutschland sowie je eine aus Österreich, Rumänien, Frankreich und Usbekistan tödlich. Die Opfer seien zwischen 19 und 25 Jahre alt gewesen, erklärte der Leiter der Innenbehörde Kataloniens, Jordi Jané, vor Journalisten in Tortosa. Einige von ihnen seien nicht angeschnallt gewesen, sagte er. »Sie sind zwischen dem Bus und der Straße zerquetscht worden.«

Das Auswärtige Amt bestätigte die deutschen Todesopfer zunächst nicht. Eine Sprecherin sagte am Montag, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Deutsche unter den Opfern seien. Zwei Deutsche seien verletzt, sie seien außer Lebensgefahr.

24 Menschen wurden am Montag noch im Krankenhaus behandelt. Sechs seien schwer verletzt, einer lebensgefährlich. Der 62-jährige Busfahrer wurde laut Jané wegen einer Quetschung des Brustkorbs auf der Intensivstation behandelt. Seine für Montag geplante Vernehmung durch einen Ermittlungsrichter wurde verschoben. Bei der Befragung durch die Polizei am Sonntag hatte der Fahrer auf Antraten seines Anwalts die Aussage verweigert, wie Jané ergänzte.

Warum es zu dem Unglück kam, ist noch unklar. Jané sagte, laut Fahrtenschreiber habe der Fahrer die Pausenvorschriften eingehalten. »Aber die Frage ist, ob er sich während seiner Pausen ausreichend erholt hat.« Eine Untersuchung des Fahrers auf Drogen und Alkohol war am Sonntag negativ ausgefallen. Der Bus war am frühen Sonntagmorgen 150 Kilometer südlich von Barcelona verunglückt. An Bord waren außer dem Fahrer 56 Studenten aus 16 Ländern - Teilnehmer des EU-Austauschprogramms Erasmus. Angehörige der Opfer trafen am Montag in Tortosa ein, von wo der Rettungseinsatz koordiniert wurde.

Die Studenten hatten das Volksfest »Las Fallas« im 350 Kilometer südlich von Barcelona gelegenen Valencia besucht. In einem Konvoi waren sie auf dem Heimweg, als ein Bus die rechte Leitplanke streifte. Der Fahrer wich nach links aus und kollidierte auf der Gegenfahrbahn mit einem Auto. Der Bus kippte um. AFP/nd

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