Auf Widerruf selbstverwaltet

Bewohner der Moabiter Obdachlosenunterkunft harren weiter aus

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die schnelle Entmietung des Gästehauses Moabit hat nicht geklappt. Der neue Betreiber scheint kalte Füße bekommen zu haben, der Hauseigentümer spricht nicht mit den Behörden.

»Es ist eine völlig kuriose Situation«, sagt Stephan von Dassel, grüner Sozialstadtrat von Mitte, als er anfängt, über das Gästehaus Moabit zu sprechen. Seit Monaten ist sie für die Bewohner der privat betriebenen Unterkunft vor allem eine Situation mit vollkommen unklarer Perspektive. Von ursprünglich 33 Bewohnern, die im vergangenen Jahr zu Beginn des Nervenkriegs dort lebten, sind noch 22 übrig.

Momentan ist das Haus Berlichingenstraße 12 de facto ein selbstverwaltetes Obdachlosenprojekt. Neumieter Gikon weigert sich, das Objekt zu übernehmen, der bisherige Betreiber hat seine Zelte Ende Januar abgebrochen und der Hausbesitzer scheint sich für nichts anderes zuständig zu fühlen, als die Miete einzutreiben. »Mit uns spricht der Eigentümer nicht«, bestätigt von Dassel.

Seit Monaten ist das Bezirksamt Mitte mit dem Fall befasst. Ursprünglich erwog man eine Beschlagnahmung des Hauses, schreckte dann aber wegen möglicher Schadenersatzforde...


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