Zu banal, um Mitleid zu erregen

Max Kruse hat beim VfL Wolfsburg einen Vertrag, der einem in juristische Form gegossenen Geldregen gleicht. Und macht manchmal einfach Quatsch.

  • Von Christoph Ruf
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Auch ein ausgewachsener Mensch, der so lange von Imageberatern umgeben ist, wie er gegen einen Ball treten kann, kann im Inneren ein Kind geblieben sein. Dann vergisst er Geldbündel in Taxis und klaut anderen Menschen ihr Telefon.

Es ist schon bizarr, auf welche Schlüsselreize das Mitleid reagiert. Kleine Kinder, die durch Regen und Matsch stolpern wie in Idomeni ruft es – sofern man kein AfD-Wähler ist – genauso zuverlässig hervor wie der Anblick eines Prominenten, der mit seiner Lebensgefährtin essen geht und gestört wird, weil irgendein aufdringlicher Kasper nun unbedingt ein Selfie oder ein Autogramm braucht. »Der Arme«, wispert es dann am Nachbartisch der Wohlerzogenen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, zumal Menschen, die nicht im Banalen empathisch reagieren das wohl auch nicht können, wenn Mitleid die Qualität wäre, die den Menschen von anderen Lebensformen unterscheidet.

Und dennoch zeigt sich dieser Tage mal wieder, warum man selbst als Mensch, der noch nie begriffen hat, was so toll daran sein soll, sich in gekünstelter Umarmung mit einem C-Promi ablichten zu lassen, selbst über sich schmunzeln muss, wenn man die banalen Schicksale der hochbez...

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