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Leere Taschen bei Erzeugern

Aktionstag des Deutschen Bauernverbandes wirbt für höhere Preise

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Landwirte wollen am Mittwoch bundesweit gegen die niedrigen Erzeugerpreise protestieren. Ihr Motto: »Wir machen Dein Frühstück, aber Dein Geld kommt nicht bei uns an.«

Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind laut der UNO so niedrig wie seit 2009 nicht mehr. »Die Krise ist mittlerweile dramatisch«, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Joachim Rukwied. Deshalb gehen am Mittwoch erneut Bauern und Bäuerinnen auf die Straße. »Wir wollen den Verbraucher informieren, dass von seinem Geld, das er an der Ladentheke ausgibt, der große Anteil nicht bei den Bauernfamilien ankommt«, so Rukwied. Auf mehr als 100 Plätzen, in Fußgängerzonen und vor Supermärkten soll für höhere Preise geworben werden. Würden Verbraucher mehr hiesige Produkte kaufen, »dann hilft das unseren Bauern in der derzeit sehr schwierigen Situation«, so der DBV-Präsident.

Milchviehbetriebe können schon länger nicht mehr kostendeckend arbeiten, für einen Liter Milch erhalten die Landwirte momentan nur noch um die 25 Cent, notwendig sind rund 40 Cent. Die Folge: 2015 gingen pro Tag durchschnittlich acht Milchviehbetriebe zugrunde, meistens kleinere Höfe. Doch große Betriebe, die oft viel Geld investiert haben, sind nicht ausgenommen.

Auch die Erzeuger von Schweinefleisch müssen unter den tatsächlichen Kosten verkaufen. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands bringt ein Schwein durchschnittlich 121 Euro Erlös, die Mast allerdings kostet den Landwirt 149 Euro - macht einen Verlust von 28 Euro pro Schwein. Auch hier trifft es vor allem kleine tierhaltende Betriebe, doch selbst größere Betriebe, die in den vergangenen Jahren in moderne Stallanlagen investiert haben, stehen unter hohem Druck.

Einig sind sich alle Beteiligten darin, dass es so nicht weitergeht. Die Wege, die Krise zumindest anzugehen, sind allerdings sehr unterschiedlich: So setzen DBV und Landwirtschaftsministerium weiter auf Markt und Wachstum und machen in erster Linie das Russland-Embargo, fehlende Absatzmärkte und den niedrigen Ölpreis verantwortlich.

Um Landwirten vorübergehend unter die Arme zu greifen, setzt sich Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) für EU-Liquiditätshilfen für Milchbauern ein. Die Krise könne aber nur am Markt gelöst werden: »Die Wirtschaftsbeteiligten sind auf allen Stufen in der Verantwortung, ein besseres Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu finden.« Ruinöser Mengenwettbewerb drücke die Preise.

Auch der DBV sieht in der Überproduktion von Milch und Schweinefleisch ein Problem. Der Verband fordert deshalb neue und bessere Absatzmöglichkeiten außerhalb Deutschlands. Gleichzeitig kritisiert der Bauernverband die Macht der Supermärkte, die Preise zu diktieren und ihre Gewinne damit zu vergrößern. Die gestiegenen Spannen verblieben bei den Vermarktern, Verarbeitern und dem Lebensmitteleinzelhandel.

Andere Verbände wie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), deren Mitglieder gemeinsam mit dem Bund Deutscher Milchviehhalter in den vergangenen Wochen protestiert hatten, fordern vorübergehend ein EU-Krisenmanagement mit Mengenreduzierungen. »Uns ist bewusst, dass damit nur ein erster Schritt aus der tiefen Krise gegangen wird«, sagte der stellvertretende AbL-Bundesvorsitzende Ottmar Ilchmann. Langfristig müssten die Bauern sich »für eine Qualitätsoffensive stark machen, mit Weidehaltung und Auslauf für die Kühe, mit Fütterung aus dem Grundfutter, mit gentechnikfreier Fütterung und Zucht auf Lebensleistung statt weiter auf wachsen oder weichen zu setzen.«

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