Werbung

Hauptstadt der prekären Beschäftigung

Viele Menschen in Berlin benötigen Transfergelder

Trotz des Abbautrends bei der Arbeitslosigkeit liegt die Bundeshauptstadt im Vergleich weiter im unteren Drittel der Bundesländer. Viele neue Jobs sind befristet und schlecht entlohnt.

Die »rote Laterne« hat Berlin abgegeben. Die ehemalige »Hartz-IV-Hauptstadt« hat es trotz des rasanten Bevölkerungswachstums vermocht, bei der Arbeitslosenquote Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern hinter sich zu lassen. »Berlin ist mit 3,8 Prozent Beschäftigungszuwachs Spitze in Deutschland«, frohlockte jüngst Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD). Davon profitieren auch Langzeitarbeitslose sowie Jugendliche. Nach und nach, so Kolat, können auch geflüchtete Menschen in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Teile des neuen »Masterplan Integration« zielen ebenfalls auf die Arbeitsvermittlung von Geflüchteten ab.

Die positive Tendenz darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Berlin weiter über 190 000 arbeitslos sind. Hinzu kommen jene, die in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stecken. Die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus fordert angesichts dessen eine Qualifizierungsoffensive für Geflüchtete und Langzeiterwerbslose gleichermaßen. So soll etwa das Landesprogramm »Stelle statt Stütze« neu aufgelegt werden, wo Unternehmen für die Anstellung von Transferempfängern Lohnkostenzuschüsse erhalten.

Viele der neuen Jobs in Berlin sind darüber hinaus befristet und schlecht bezahlt. Der DGB Berlin-Brandenburg fordert in seinen Anforderungen an die Landespolitik für die Abgeordnetenhauswahl 2016, dass für die Hauptstadt der prekären Beschäftigung eine Strategie als Stadt der guten Arbeit entwickelt werden muss.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!