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In der Tradition der Mönche

Nur noch 20 professionelle Fischereien in Thüringen

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Erfurt. Noch 20 Betriebe mit etwa 90 Beschäftigten in Thüringen betreiben Fischzucht professionell. Die oft jahrhundertealten Teichwirtschaften würden vielfach von Fischern im Nebenerwerb bewirtschaftet, sagte der Präsident des Thüringer Fischereiverbandes, Uwe Müller, der dpa. »Wenn es keine Fischerei und damit Teichpflege gebe, würden die teilweise noch von Mönchen angelegten Teiche zuwachsen.« Nach Angaben des Agrarministeriums gibt es etwa 150 Fischwirtschaften von Nebenerwerbsfischern im Freistaat.

Pro Jahr würden insgesamt mehr als 800 Tonnen Süßwasserfische gefangen und vermarktet, sagte Müller. Dabei dominiere die Regenbogenforelle mit jährlich deutlich über 400 Tonnen. Das ist doppelt so viel wie es beim Karpfen war, der eher als Winterfisch gilt. Die Teichwirtschaften haben nach Ministeriumsangaben eine Gesamtfläche von 1176 Hektar.

Den Zahlen des Statistischen Landesamtes in Erfurt zufolge war die jährliche Fangmenge an Süßwasserfischen in den vergangenen Jahren rückläufig. 2013 waren es 908 Tonnen, ein Jahr später nur 838 Tonnen. Neben Forellen und Karpfen würden von den Betrieben unter anderem Saiblinge, Hechte oder Zandern angeboten.

Zu den größeren Anbietern gehört die Westthüringer Fisch GmbH mit Hauptsitz in Reinhardsbrunn (Kreis Gotha). Der Ursprung der Fischzucht in dem Ort liegt nach Unternehmensangaben fast 1000 Jahre zurück. Kleinere Betriebe gebe es beispielsweise an den Plothener Teichen im Saale-Orla-Kreis, aber auch im Thüringer Eichsfeld, sagte Müller.

2015 sei für manche Betriebe wegen des trockenen Frühjahres nicht leicht gewesen. Mancherorts seien auch Kormorane ein Problem. Das gelte für den Stausee Hohenfelden im Weimarer Land, wo Müller mit Reusen und Stellnetzen fischt. Er ist nach eigenen Angaben der einzige in Thüringen, der Seen- und Flussfischerei zugleich betreibt.

2014 haben die Fischer nach Ministeriumsangaben Finanzspritzen von 697 000 Euro erhalten. Das Geld, das von Bund, EU und Land kam, sei vor allem in neue Verarbeitungsanlagen und in Vermarktung und Vertrieb gesteckt worden. Einige Betriebe böten fangfrischen oder geräucherten Fisch inzwischen auch im Internet an.

»Die Verbraucher wollen den Fisch am liebsten küchenfertig«, sagte Verbandspräsident Müller. Der Trend gehe selbst bei Karpfen zum Filet, das mit Spezialmaschinen weitgehend grätenfrei gemacht werde. Entsprechende Investitionen könnten aber nur die Haupterwerbsbetriebe stemmen. dpa/nd

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