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Weitere VW-Händler in USA verklagen Konzern

Kläger in Illinois fordern Entschädigungen wegen »bewusster Täuschung« / Sammelklage von Händlern auch in Kalifornien / Länder-Umweltminister wollen Steuervorteile für Diesel abschaffen

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VW kommt auch nach einem halben Jahr »Dieselgate« nicht zur Ruhe: Weitere Vertragshändler in den USA verklagen den Konzern. Und ein Verkaufsargument für dessen Dieselfahrzeuge ist in Deutschland gefährdet.

Berlin. In den USA haben nach Angaben von Anwälten erstmals Volkswagen-Vertragshändler den deutschen Autobauer verklagt. Wie die Anwälte von drei Vertragshändlern am Mittwoch mitteilten, reichten sie bei einem Gericht im Bundesstaat Illinois Klage ein. Ihre Mandanten seien in der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen bewusst getäuscht worden. Sie forderten Entschädigungen in nicht genannter Höhe.

VW nahm auf Nachfrage zunächst keine Stellung zu den Vorwürfen. Im Bundesstaat Kalifornien hatten sich bereits mehrere Vertragshändler einer Sammelklage gegen den Automobilkonzern angeschlossen.

Volkswagen hatte im September nach US-Ermittlungen eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt zu haben, die den Messwert bei Emissionstests künstlich drückt. In Deutschland sind rund 2,4 Millionen Fahrzeuge betroffen, in den USA fast 600.000.

Länder-Umweltminister wollen Steuervorteile für Diesel abbauen

Als eine Folge der Abgas-Affäre bei VW wollen die Umweltminister mehrerer Bundesländer Diesel-Fahren verteuern. Steuervorteile des Diesel-Kraftstoffes gegenüber dem Benzin sollten schrittweise abgebaut werden, fordern die Ressortchefs aus Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg, Hessen und Niedersachsen in einem gemeinsamen Beschlussvorschlag für die Sonder-Umweltministerkonferenz an diesem Donnerstag in Berlin. Ob die Beschlüsse wie von den fünf Ländern gewünscht durchkommen, ist bisher jedoch unklar. Die Umweltministerkonferenz trifft Beschlüsse nur einstimmig. Zudem müsste die schwarz-rote Koalition in Berlin für die Änderung Bundesgesetze ändern.

Kraftfahrtbundesamt erteilt Freigabe für Rückrufe von Audi- und Seat-Modellen

Zur Beseitigung der Manipulationssoftware hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg die Freigabe für mehrere Audi-Modelle und den Seat Exeo erteilt. Ein Behördensprecher bestätigte am Donnerstag auf Anfrage Informationen der Deutschen Presse-Agentur, wonach die Modelle des A4, A5 und Q5 mit den 2,0 Liter-Motoren und Schaltgetriebe nun in die Werkstätten gerufen werden dürfen. »Das ist die erste Welle des Rückrufs für Audi«, sagte auch ein Sprecher der VW-Konzerntochter Audi auf Anfrage.

Die ebenfalls in dieser Rückrufwelle befindlichen 2,0 Liter-Fahrzeuge des Modells VW-Passat und Skoda Superb müssen dagegen weiter auf eine Freigabe durch das KBA warten. Aus Unternehmenskreisen heißt es, die Tests würden noch mindestens bis kommende Woche weitergehen. Agenturen/nd

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