Friede den Ruinen, 
Krieg den Häusern

Mit russischer Unterstützung vertrieben syrische Truppen die Dschihadisten des »Islamischen Staats« aus Palmyra. Das Weltkulturerbe ist vorerst gerettet. Aber wo sind die Einwohner?

  • Von Jörn Schulz
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.

Im Vergleich mit den heutigen Zuständen erscheint fast idyllisch, was der Forscher Carsten Niebuhr, der von 1761 bis 1767 unter anderem Syrien und Irak bereiste, berichtet. Angehörige verschiedener Konfessionen und Bevölkerungsgruppen lebten mit unterschiedlichem Status, aber friedlich zusammen. Die Gotteshäuser anderer Religionen wurden respektiert, manche gebildete Araber und Perser brachten sogar für vorislamische Kultstätten ein freundliches Interesse auf, wie Niebuhr in Palmyra feststellte.

»Da mein Schech ein Gelehrter seyn wollte und mich versicherte, daß er sehr oft (…) die prächtigen Ruinen zu bewundern pflege, so hofte ich, er würde mir Nachricht geben können, was die arabischen und persischen Schriftsteller davon sagen.« Tatsächlich wusste er ein Buch zu zitieren. »Salomo habe sein Gebet des Morgens zu Jerusalem, des Mittags zu Báalbeck, des Nachmittags zu Tadmor (Palmyra) und des Abends zu Dschil minar gehalten. Nachri...


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