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Kloppereien beim Klassiker

Gleich sieben Basketballer müssen beim Duell Alba Berlin gegen Telekom Baskets Bonn vom Platz

  • Von Lars Reinefeld, Berlin
  • Lesedauer: 2 Min.

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Eigentlich war die 70. Auflage des Klassikers zwischen Alba Berlin und den Telekom Baskets Bonn längst entschieden. Alba führte am Samstagabend gegen Ende des dritten Viertels mit 18 Punkten, als ausgerechnet der bis dato überragende Kresimir Loncar die Nerven verlor. Allein der 33-Jährige hatte vorher 25 Punkte - eine neue persönliche Bundesligabestleistung - erzielt. Doch der Center versetzte dann im Umdrehen dem Bonner Sean Marshall einen Schlag und löste damit eine denkwürdige Rangelei aus, an deren Ende gleich sieben Spieler von den Schiedsrichtern disqualifiziert wurden.

Wie Loncar musste auch Marshall das Parkett verlassen, weil er zurückgeschlagen hatte. Da er daraufhin vom Berliner Will Cherry zu Boden geschubst wurde, wurde Cherry ebenfalls disqualifiziert. In der folgenden Rangelei liefen gleich mehrere Bonner Spieler auf das Feld, um die Situation zu schlichten. Auch die beiden Coaches Sasa Obradovic und Silvano Poropat versuchten, eine weitere Eskalation zu verhindern. Die Folge: In Eugene Lawrence, Tadas Klimavicius, Rotnei Clarke und Florian Koch wurden vier weitere Bonner Profis disqualifiziert, weil sie unerlaubter Weise das Spielfeld betreten hatten. Dies ist den Regeln nach verboten.

In den kommenden Tagen wird sich die Spielleitung der Basketball-Bundesliga mit den Vorfällen beschäftigen. Vor allem Loncar, Cherry und Marshall drohen Sperren. Loncar versuchte sich nach der Partie zu verteidigen. »Ich bin sicher nicht der heiligste Spieler der Welt. Aber heute gab es viele schmutzige Sachen, die die Schiedsrichter nicht sehen und die man auch im Fernsehen nicht sieht«, sagte der Kroate. Alba-Coach Obradovic ging sogar noch weiter. Der Serbe sah eine generelle Benachteiligung seines Teams und eine zu harte Gangart der Gegner. »Ich beschwere mich sonst nie, aber Alba wird zurzeit nicht korrekt behandelt«, sagte Obradovic.

Einen Rekord bedeuteten die sieben Disqualifikationen indes nicht. 2006 waren im Playoffspiel zwischen Bonn und Bamberg bei einer Schlägerei noch mehr Spieler disqualifiziert worden. Die Partie wurde damals mit fünf Bonnern und vier Bambergern zu Ende gebracht. Am Samstag mussten die Telekom Baskets im Schlussviertel ebenfalls mit nur noch fünf Spielern auskommen, weil sie mit nur zehn Profis in die Hauptstadt gereist waren. Der Alba-Sieg kam daher nicht mehr in Gefahr, am Ende gewannen die Berliner klar mit 94:73.

Wegen der besonderen Vorkommnisse in der Hauptstadt geriet der Erfolg von Phoenix Hagen im Kellerduell gegen den Mitteldeutschen BC in den Hintergrund. Zwei Tage nach dem Abzug von sechs Punkten wegen Verstoßes gegen das Lizenzstatut gewann Hagen klar mit 102:81. »Das war ein wichtiger Sieg«, sagte Hagens Trainer Ingo Freyer. dpa/nd

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