Werbung

Wollitz ist zurück beim FC Energie

Trainerwechsel, Fanprotest und Abstiegsangst in Cottbus

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Verzweiflung in Wort und Tat? »Nach wie vor sind wir fest davon überzeugt, dass wir in der Liga bleiben«, sagte Wolfgang Neubert am Dienstag. Kurz zuvor hatte der Präsident des FC Energie Cottbus Trainer Vasile Miriuta entlassen - und Claus-Dieter Wollitz als dessen Nachfolger präsentiert.

Die Lausitzer sind Drittletzter in der dritten Liga, stehen als 18. auf dem ersten Abstiegsplatz. Natürlich darf auch die Vereinsführung in solch einer Situation nicht resignieren. Woher sie aber ihre feste Überzeugung nimmt, weiß sie wahrscheinlich selbst nicht so recht. Fast die Hälfte der bisherigen Saison stand Cottbus in der Tabelle entweder unter dem Strich oder nur knapp darüber. Wirklich vorbereitet auf den Abstiegskampf beim FC Energie, wo der Blick als ehemaliger Erstligist grundsätzlich nach oben ging, schien so recht niemand.

Ein Schnellschuss war der Trainerwechsel allemal. Am Sonntag habe der Klub zu ihm Kontakt aufgenommen, sagte Wollitz. Einen Tag zuvor hatte Energie 0:3 in Münster verloren. Es war die dritte Niederlage in Folge und das vierte Spiel ohne eigenen Torerfolg. Miriuta, der das Team im September auf Platz 17 übernommen hatte, musste gehen. »Mein Interesse war sofort da«, sagte Wollitz. Schon am Dienstag stand er auf dem Trainingsplatz.

Die Angst vor einem weiteren Abstieg ist in der Lausitz riesengroß. »Schon der Abstieg aus der zweiten Bundesliga war eine wirtschaftliche Katastrophe«, wiederholte Neubert jüngst noch einmal. Der Trainerwechsel ist ein letzter verzweifelter Versuch, das Schlimmste zu verhindern. Denn sollte der Klassenerhalt misslingen, steht der Klub vor einer ungewissen Zukunft. Mit dem neuen Gesicht an der Seitenlinie hat sich die Vereinsführung gleichzeitig aber auch selbst aus der Schusslinie genommen. Als am Montagabend ihre Krisensitzung noch lief, haben die Fans mit einem offenen Brief gegen sie protestiert: »Wir fordern, selbst bei erhofftem Klassenerhalt, einen konsequenten Neuanfang auf allen Ebenen. Dazu zählen der Rücktritt von Präsident Wolfgang Neubert, Geschäftsführer Normen Kothe ...«

Das zweifellos Wichtigste ist, in den verbleibenden fünf Spielen, den Klassenerhalt zu sichern. Ob Wollitz der Richtige ist? Nachdem er im Dezember 2014 beim Regionalligisten Viktoria Köln entlassen wurde, saß er auf keiner Trainerbank mehr. Dass er es kann, hat er aber auch schon in Cottbus bewiesen. Im Sommer 2009, nach dem Abstieg aus der ersten Liga, übernahm er den FC Energie, baute die Mannschaft komplett um und begeisterte mit jungen Spielern und Offensivfußball.

Sein Abschied im Dezember 2011 wirkte wie eine Flucht. Wollitz hatte um eine Vertragsauflösung gebeten. Seine neuerliche Verpflichtung könnte die Stimmung im Verein daher noch weiter belasten. Mehrmals beschwerte er sich damals über den mangelnden Zuschauerzuspruch. Auch mit öffentlicher Kritik am Fanverhalten hielt er sich nicht zurück. Und weil er den Verkauf der Namensrechte am Stadion der Freundschaft als zusätzliche Geldquelle erwog, wurde er schon mal als »Wessi-Arschloch« beschimpft.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen