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Helfer: Mehr als 100.000 Menschen in Syrien eingeschlossen

Ärzte ohne Grenzen fordert Schutz von Zivilisten und Krankenhäusern / 35.000 Menschen fliehen aus Flüchtlingslagern nach erneuten Kämpfen

Berlin. Im syrischen Grenzgebiet zur Türkei sind nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen mittlerweile mehr als 100.000 Binnenflüchtlinge eingeschlossen. Die Menschen seien aus umkämpften Gebieten geflohen und nun zwischen der »aktiven Frontlinie« der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), kurdisch kontrollierten Gebieten sowie der türkischen Grenze gefangen, erklärte die Organisation am Montag. Die Grenze zur Türkei ist seit einem Jahr nur für Notfälle geöffnet.

Nachdem es in der Provinz Aleppo in den vergangenen Tagen wieder schwere Kämpfe gegeben habe, seien mehr als 35.000 Menschen aus Flüchtlingslagern geflohen, erklärte Ärzte ohne Grenzen. Die Lager waren demnach entweder vom IS übernommen worden, oder sie lagen zu nah an Kampfgebieten. Auch mehrere medizinische Einrichtungen mussten schließen.

Zehntausende Menschen seien in Syrien zur Flucht gezwungen und hätten »keinen sicheren Ort«, an den sie gehen könnten, beklagte Muskilda Zancada, die Landeskoordinatorin der NGO für Syrien. »Sie sind in diesem blutigen, brutalen Konflikt gefangen.« Die Organisation forderte die Konfliktparteien daher auf, Zivilisten zu schützen und auch Gesundheitseinrichtungen zu verschonen.

Der für die Region zuständige Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen, Pablo Marco, kritisierte vor diesem Hintergrund auch die Europäische Union. Es sei »inakzeptabel«, dass sich die gegenwärtigen Bemühungen der EU auf die Abschiebung syrischer Flüchtlinge in die Türkei konzentrierten und nicht auf den Schutz der Menschen, die im Grenzgebiet festsäßen.

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