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Ecuador betrauert hunderte Bebenopfer

In japanischen Katastrophengebieten herrscht Lebensmittelmangel

  • Von Florence Panoussian, Quito
  • Lesedauer: 3 Min.

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Zerstörte Städte, Hunderte Tote: Die Bilanz des Erdbebens in Ecuador ist verheerend. In Japan müssen nach einer Bebenserie noch mehr als 100 000 Menschen in Notunterkünften ausharren.

Sie graben mit bloßen Händen, suchen verzweifelt nach vermissten Angehörigen - und finden meist nur noch Leichen. Nach dem schweren Erdbeben in Ecuador steigt die Zahl der Opfer immer weiter an. Präsident Rafael sprach am Sonntag (Ortszeit) von mehr als 350 Toten. Correa sprach von der »schlimmsten Tragödie der vergangenen 67 Jahre« - seit einem Erdbeben im zentralecuadorianischen Ambato, bei dem 1949 über 5000 Menschen umkamen. Die Zahl der Todesopfer werde »vermutlich noch deutlich« ansteigen, sagte er während seines Besuchs in der stark zerstörten Stadt Manta.

In Manta konnten Feuerwehrleute drei Überlebende aus den Trümmern bergen. Dabei handelte es sich um einen Mann und zwei Frauen, wie sie auf Twitter mitteilten.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend weite Teile des Andenstaates erschüttert und große Zerstörungen angerichtet. Zahlreiche Gebäude stürzten ein und begruben unzählige Menschen unter Trümmern. Mehr als 2000 Menschen wurden laut Präsident Correa verletzt. Er gab 600 Millionen Dollar Nothilfe frei. 14 000 Sicherheitskräfte, 240 Ärzte zwei mobile Krankenstationen wurden in die am stärksten betroffenen Regionen geschickt, wo der Ausnahmezustand gilt. Aus allen Landesteilen trafen Lastwagen mit Medikamenten, Nahrung und Hygieneartikeln ein. Bolivien, Kolumbien, Venezuela, Peru, Mexiko, Kuba, Chile sowie die Schweiz und Spanien schickten Verstärkung. Die EU und die USA sagten Hilfen zu.

Das Beben traf vor allem die Pazifikküste Ecuadors, war jedoch bis in den Norden von Peru und im südlichen Kolumbien zu spüren. Das Epizentrum lag 170 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Quito.

Der Bürgermeister des im Epizentrum gelegenen Urlaubsortes Pedernales rechnete mit bis zu 400 Toten allein in seiner Stadt - viele von ihnen könnten in den Trümmern der rund 40 eingestürzten Hotels liegen. »Pedernales ist verwüstet«, sagte Bürgermeister Gabriel Alcívar. Dennoch gebe er die Hoffnung nicht auf, auch hier Überlebende zu finden.

Im weiter südlich gelegenen Manta steht Feuerwehrchef Javier Carpo inmitten von Ruinen und Gebäuden mit langen Rissen in den Fassaden und schüttelt müde die Schultern. Er könne den vielen Hilferufen nicht nachkommen, sagt Carpo: »In der ganzen Stadt sind noch Menschen in den Trümmern gefangen - wir wissen gar nicht, wie viele es sind«, sagt er.

Rund hundert Insassen eines Gefängnisses in Portoviejo nutzten das Erdbeben, um zu fliehen, teilte Justizministerin Ledy Zuniga mit. 30 von ihnen seien gefasst worden, einige seien freiwillig zurückgekommen.

Nach der Erdbebenserie in Japan mit mindestens 42 Toten herrscht in den Notaufnahmelagern Mangel an Lebensmitteln. Am Montag harrten noch immer mehr als 100 000 Überlebende in Notunterkünften aus. Während Einsatzkräfte ihre Suche nach Vermissten in der am schlimmsten betroffenen Provinz Kumamoto fortsetzten, begann das in Japan stationierte US-Militär, 20 Tonnen Lebensmittel, Trinkwasser und Decken in das Unglücksgebiet zu fliegen. Die Verwaltung in der Region kämpft mit großen Problemen, da ihre Gebäude durch die Beben der vergangenen Tage schwer beschädigt sind. dpa/nd

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