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Mit einer zynischen frauenfeindlichen Äußerung sorgt der philippinische Präsidentschaftskandidat Rodrigo Duterte für Empörung. Der 71-Jährige dürfte sich trotz eines gewohnt losen Mundwerks nun doch einmal wünschen, seinen üblen Ausfall zurücknehmen zu können.

Der Sturm der Entrüstung brach los, als der Mitfavorit um die Nachfolge des philippinischen Präsidenten Benigno »Noynoy« Aquino bei einer Wahlveranstaltung vergangene Woche auf die Vergewaltigung einer australischen Missionarin bei einer Gefängnisrevolte 1989 in Davao Bezug nahm. In dieser Metropole auf der südlichen Insel Mindanao war Duterte sieben Legislaturperioden und damit insgesamt 22 Jahre Bürgermeister - auf den Philippinen ein Amt mit enormer Machtfülle.

Jacqueline Hamill (36) gehörte zu jenen Frauen, die seinerzeit bei einer Geiselnahme in einem Gefängnis der Stadt von den Tätern vergewaltigt wurden; später gehörte sie zu den 21 Toten, als Soldaten die Anlage stürmten. »Ich war ärgerlich. Aber nicht nur, weil sie sie vergewaltigt haben - sondern auch, weil sie so hübsch war und der Bürgermeister dann doch hätte der erste sein müssen«, sagte Duterte.

Mit diesem Satz hat sich der gelernte Rechtsanwalt , der auf den Philippinen bei vielen den Beinamen »Dirty Harry« trägt, nicht nur in den Augen seiner Mitbewerber disqualifiziert. »Manchmal ist mir mein Mund einfach voraus«, versuchte sich Duterte am Dienstag offiziell, aber nur knapp und halbherzig zu entschuldigen.

Auf Machoart kommt der konservative Politiker und verheiratete Vater von vier Kindern zwar schon immer daher. Der jüngste Ausfall könnte ihn aber Wählerinnen kosten, die bisher darüber hinweggesehen haben, und auch Stimmen in der liberalen Mitte. Duterte genießt bislang in den Umfragen für die Präsidentenwahl am 9. Mai großen Zuspruch. Als Bürgermeister hat er Davao von einer Hochburg der Kriminalität zur sicheren Metropole gemacht. Gerüchte über eigene Gewaltanwendung und Auftragsmorde halten sich aber hartnäckig.

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