Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Ende des Pluralismus

Aert van Riel über die Personaldebatten bei den Grünen

Ein wenig erinnert Kretschmanns Vorstoß an die unrühmlichen Zeiten der Grünen, in denen Joschka Fischer als Außenminister ihr unumstrittener Anführer war und die Realos auch in der Fraktionsführung dominierten.

Die Grünen waren in den 1980er Jahren mit dem Anspruch angetreten, dass sich die Macht in ihrer Partei nicht bei wenigen Politikern konzentrieren sollte. Doch davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die fortschrittliche Regelung zur Trennung von Amt und Mandat wurde im Laufe der Jahre aufgeweicht. Auch in der Ökopartei entwickelte sich ein zeitweise bizarrer Personenkult. Angesichts dessen wäre es nur konsequent, wenn die Grünen bald nicht mehr alle ihre Spitzenämter doppelt besetzen würden. Eine Debatte darüber hat nun der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann angestoßen.

Natürlich hat er dies nicht ohne Hintergedanken getan. Kretschmann und weitere Realos wollen, dass eine herausgehobene Person in erster Linie die Inhalte ihres Flügels vertritt. Offensichtlich haben sie dabei Cem Özdemir im Blick, der Parteivorsitzender und zugleich Anwärter für die Bundestagsspitzenkandidatur im nächsten Jahr ist. Ein wenig erinnert dies an die unrühmlichen Zeiten der Grünen, in denen Joschka Fischer als Außenminister ihr unumstrittener Anführer war und die Realos auch in der Fraktionsführung dominierten. Mit einer ähnlichen Konstellation würden die Grünen erneut die Wählergruppen vergraulen, die sich eine pluralistische Partei wünschen, in der auch eher linke Politiker Einfluss nehmen können.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln