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AfD-Politiker ist aktiv im Asylgeschäft

Arbeitsvermittlung eröffnet Dependance in Lichtenberg

Das Geschäft mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin boomt. Mit seiner Firma mischt dabei auch ein Vize-Bezirksvorsitzender der AfD aus Steglitz-Zehlendorf mit.

»Kinderbetreuung m/w für Asylantenheime« ist die Stellenausschreibung auf der Homepage des Unternehmens »Arbeit und Beratung« überschrieben. Die Vermittlungsagentur aus Lichterfelde hat derzeit viel mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin zu tun, bestätigt der Chef der Firma, Andreas Wild, auf Nachfrage des »neuen deutschlands«. »Wir vermitteln stark in den Bereich Sicherheit«, sagt Wild. Und wo es entsprechenden Bedarf gibt. Weil die Tätigkeit des Unternehmens gut läuft, will die »Arbeit und Beratung« ein weiteres Büro in Lichtenberg eröffnen. Für den heutigen Freitagnachmittag war eine »private« Eröffnungsfeier vorgesehen. Für Irritationen sorgte dazu eine im
Internet kursierende Einladung, die die Betriebsfeier mit der Alternative für Deutschland (AfD) in Verbindung brachte.

Die Berliner AfD will mit der Firmenfeier aber nicht in Verbindung gebracht werden. »Das ist eine Fälschung«, erklärte der Sprecher der Berliner AfD, Ronald Gläser auf Nachfrage. Einen Zusammenhang zwischen der Arbeitsvermittlung und dem Geschäft im Bereich der Flüchtlingsunterkunft gibt es aber doch: Andreas Wild, der Chef der Arbeitsvermittlung, ist zugleich Vize-Vorsitzender der AfD im
einflussreichen Bezirksverband Steglitz-Zehlendorf. »Wir machen eine Einweihungsfeier, das hat mit der AfD aber nichts zu tun«, sagt Wild.

Dass auf seiner Homepage von »Asylantenheimen« die Rede ist, könnte wohl eine Mitarbeiterin formuliert haben, es sei zwar nicht falsch, aber Wild selbst spricht lieber von »Migranteneinrichtungen«. Der Chef der Arbeitsvermittlung vermutet, dass ein »U-Boot« seine vor einigen Wochen auf Facebook ausgesprochene Einladung für eine Fälschung missbraucht hat. Der Zuzug von neu ankommenden Menschen nach Deutschland ist eines der Hauptwahlkampfthema der AfD im Wahlkampf, wo die Partei ein Ende des »Asylchaos« fordert. Dass ihre Vertreter bis dahin daran mitverdienen, scheint indes kein Widerspruch zu sein.

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