Sachsen-Anhalt geht vor Anker

Die erste Kenia-Koalition steht. Ob das mehr bedeutet als Stillstand, müssen die Parteien erst beweisen

  • Von Hendrik Lasch, Magdeburg
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

In Sachsen-Anhalt haben die Parteien der Kenia-Koalition den Weg für die bundesweit erste derartige Koalition geebnet. Vor allem zwischen CDU und Grünen stimmt die Chemie noch nicht.

Im Bereich politisches Floskelwesen liegen CDU und Grüne in Sachsen-Anhalt schon auf einer Wellenlänge. Seine Partei wolle »Stabilitätsanker der Koalition« sein, sagte Reiner Haseloff, der designierte Ministerpräsident in der bundesweit ersten schwarz-rot-grünen Koalition, bei einem Parteitag der Christdemokraten am Freitag, der über den Koalitionsvertrag beriet. Tags darauf trafen sich die Grünen zum gleichen Thema. Und was sagte Cornelia Lüddemann, die Landeschefin? Die Grünen wollten - richtig - der »Stabilitätsanker« im Dreierbündnis mit der SPD sein.

Das klingt nach Harmonie. Doch Anker können nicht nur ein Schiff sicher am Grund halten, sie neigen im ungünstigen Fall dazu, sich heillos ineinander zu verhaken. Genau das ist in Magdeburg der Fall. Die Parteien, die nur durch das Wahlergebnis mit einem bemitleidenswerten Absturz der SPD und dem phänomenalen Triumph der AfD in eine Politehe ohne echte Alternative gedrängt wurden, reib...


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