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Lilienthal-Flieger ist fast startklar

Nachbau in Anklam steht vor dem Abschluss - ab 12. Mai geht es in den Windkanal

Nach Originalplänen bauten Fachleute in Anklam den Lilienthalschen Normalsegelapparat für neue Experimente nach. Nun ist das Gerät startklar für die Windkanal-Tests in Holland.

Anklam. Der Nachbau eines Flugapparates des Flugpioniers Otto Lilienthal (1848-1896) ist bereit für den geplanten Test im Windkanal. Nach rund einem halben Jahr stehen in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern die Arbeiten an dem Fluggerät nun unmittelbar vor dem Abschluss. Zuletzt wurde der nahezu originalgetreue Nachbau des Lilienthalschen Normalsegelapparates mit einem extra gefertigten Spezialstoff bespannt, sagt Museumsleiter Bernd Lukasch. Das verwendete Bespannungsmaterial soll die gleichen Eigenschaften wie der einst von Lilienthal benutzte Stoff haben.

Mit den Windkanal-Tests des 6,70 Meter breiten Flugapparates im niederländischen Marknesse wollen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen und das Otto-Lilienthal-Museum in Anklam die Flugeigenschaften erfassen. Lilienthal veröffentlichte 1889 sein Buch »Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst«. Eine theoretische Abhandlung über die Flugeigenschaften seiner Gleiter blieb er der Nachwelt jedoch schuldig. Mit dem Windkanal-Experiment wollen die Forscher die Daten nun nachliefern.

Der Flugapparat, der seit Herbst 2015 in Anklam nach Originalplänen nachgebaut wurde, soll noch in dieser Woche Vorpommern verlassen. Dann geht es direkt oder über Göttingen zur Windkanalanlage in den Niederlanden, wo voraussichtlich am 12. Mai die Flugexperimente beginnen, sagt Lukasch. Derzeit sind die Flugzeugbauer in Anklam noch mit kleineren Restarbeiten beschäftigt. Unter anderem müsse eine Polsterung an den Stützholmen für die Arme befestigt werden.

Nach Angaben des Leiters des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik im DLR Göttingen, Andreas Dillmann, konstruierte Lilienthal mit seinem Normalsegelapparat das erste Serienflugzeug der Welt. Lilienthal verunglückte 1896 bei einem Flugversuch in den Rhinower Bergen (Brandenburg) tödlich. Mit den Tests 125 Jahre nach dem Erstflug und 120 Jahre nach dem Absturz Lilienthals wollen die Forscher an den in Anklam geborenen Flugpionier erinnern. Zudem wollen sie erfahren, welches theoretische Wissen er über Stabilität und Steuerung hatte. dpa/nd

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