Geflüchtet, gestrandet, gewonnen

Der Syrer Ibrahim Al Hussein trägt die Olympiafackel und will für Griechenland in Rio starten

  • Von Alexia Angelopoulou, Athen
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»Arbeitet für eure Träume«, sagt Ibrahim Al Hussein. In Syrien verlor der Schwimmer durch eine Bombe einen halben Unterschenkel. Nun ist er olympischer Fackelläufer und will als griechischer Athlet nach Rio.

Ungläubig schaut Ibrahim Al Hussein auf die weiße Aluminium-Fackel, die er in die Höhe reckt. Als das olympische Feuer überspringt, mischen sich maßlose Freude und Rührung in seine Augen. Gleichzeitig wird der zierliche 27-Jährige im Athener Flüchtlingslager »Eleonas« derart von Journalisten und Fotografen bedrängt, dass er das olympische Feuer nur mühsam voranbringen kann. Es ist der größte Moment seines Lebens, wird er später sagen.

Ibrahim Al Hussein ist nicht nur einer der rund 12 000 Fackelläufer, die das Feuer von der antiken Sportstätte Olympia bis nach Rio de Janeiro, dem Austragungsort der Spiele 2016 tragen. Der syrische Schwimmer ist auch einer jener vielen Millionen Menschen, die in den vergangenen Jahren auf der Flucht vor Krieg und Terror ihre Heimat verließen und sich auf den Weg nach Europa machten. Dass seine Reise zu den Olympischen Spielen führt, hätte er nie zu träumen gewagt.

Ibrahims Geschichte ist spieg...


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