Eines Tages steht er wieder

Lenin ist die Attraktion der Ausstellung »Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler«

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Eine Dummheit ist eine Dummheit ist eine Dummheit. Die Torheit wird nicht weniger töricht, da man seinen Kopf ausgegraben hat, um ihn zur Schau zu stellen. Er liegt unbequem. Und scheint doch zu lächeln. Über deutsche Possenspiele?

»Die Tat ist vergangen, die Denkmäler bleiben«, irrte Ovid. Politisch intendiert und initiiert, war noch vor dem ersten Jahrestag deutscher »Einheit« das Schicksal der neunzehn Meter hohen Lenin-Statue des Sowjetkünstlers Nikolai Tomski in Berlin entschieden. Sie wurde zerlegt und in der Seddiner Heide von Köpenick verbuddelt. Da schlief nun der Führer der ersten siegreichen proletarischen Revolution und Begründer des Sowjetstaates - bis eine Kunsthistorikerin eine Vision hatte. Und sie realisierte. Trotz Bedenken und Widerständen der Senatoren. Der 3900 Kilogramm schwere Kopf ist zweifellos die Attraktion der neuen Dauerausstellung in Spandaus Zitadelle.

Warum ließ man Lenin nicht stehen? Als Stein des Ansto...


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