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Bratwurst und Protest

Eine Übersicht zu den verschiedenen bundesweiten Demonstrationen

  • Von Jan Brock und Florian Brand
  • Lesedauer: 4 Min.

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Ob Gewerkschaftsdemo, Revolutionärer 1. Mai oder Antifaschistischer Protest, am Tag der Arbeit lädt eine Vielzahl von Demonstrationen zum Mitlaufen und Mitprotestieren ein - und das bundesweit.

Der 1. Mai naht und wie in jedem Jahr werden in ganz Deutschland Aktionen und Demonstrationen von Linken, Gewerkschaften und AntifaschistInnen erwartet, um ihren politischen Forderungen am Arbeiterkampftag gebührend Nachdruck zu verleihen, aber auch, um Nazis nicht das Feld zu überlassen.

Der DGB in Berlin

Mehr als 20 000 TeilnehmerInnen zählte die traditionelle 1. Mai Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin im vergangenen Jahr. Und auch in diesem Jahr werden Zehntausende erwartet. Die Demonstration beginnt um 10 Uhr am Hackeschen Markt und führt zum Brandenburger Tor, wo auf dem Platz des 18. März um 11.30 Uhr die Mai-Kundgebung stattfindet. Beim anschließenden Kinder- und Familienfest kommen sogar die Jüngsten auf ihre Kosten. Es gibt unter anderem kulinarische Spezialitäten und eine Hüpfburg. Neu in diesem Jahr ist, dass das »Berliner Netzwerk TTIP/CETA/TISA stoppen« sich dem DGB-Zug anschließen wird, um gegen die geplanten Freihandelsabkommen mit der USA und Kanada zu demonstrieren.

Die zentrale Kundgebung wird in Stuttgart stattfinden, dort spricht DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann. Alle weiteren Orte und Termine von DGB-Veranstaltungen am 1. Mai sind unter www.dgb.de/1-mai-2016 zu finden.

Radikale Linke

Auch die radikale Linke bleibt am 1. Mai nicht zu Hause und will, wie jedes Jahr, die Revolution auf die Straße tragen. So soll in Berlin gegen das europäische Grenzregime unter dem Motto »Grenzenloser Widerstand gegen Krieg und Kapital« auf die Straße gegangen werden. Erwartet werden zu dieser Demonstration 20 000 DemonstrantInnen, die um 18 Uhr am Oranienplatz starten soll. Die Polizei will den Startpunkt jedoch auf den Moritzplatz verlegen, eine laufende Klage der Veranstalter gilt es daher abzuwarten.

Auch in Hamburg wird unter dem Motto »Klasse gegen Klasse« protestiert. Im letzten Jahr kam es zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und den Protestierenden. Eine von zwei Demonstrationen war bereits kurz nach Beginn aufgelöst worden, was zu militanten Aktionen der DemonstrantInnen führte. Auch dieses Jahr geht die Polizei von Auseinandersetzungen aus und kündigt entsprechende Maßnahmen an.

Antifaschistischer Protest

Allerdings werden auch Hunderte Nazis am Tag der Arbeit versuchen ihr Gedankengut auf die Straße zu bringen.

Eine der größten Nazi-Demos wird auch in diesem Jahr wieder im sächsischen Plauen erwartet. Bis zu 1000 militante Neonazis, auch aus Griechenland, England und Ungarn, werden erwartet. Organisiert wird der Aufmarsch vom rechtsextremen »Nationalen und sozialen Aktionsbündnis 1. Mai«, welches sich unter anderem aus Kadern der Partei »Der III. Weg« zusammensetzt.

Dem entgegen stellt sich das bundesweite Antifa-Bündnis »Nationalismus ist keine Alternative« und ruft sowohl zur Blockade des Bundesprogrammtags der AfD in Stuttgart am 30.04 auf, als auch die Plauener Nazi-Demo am 1. Mai zu verhindern. Es werden unter anderem GegendemonstrantInnen aus Berlin, Leipzig, Halle, Dresden, Bayern und Thüringen erwartet. »Plauen ist nicht zufällig gewählt«, so Andreas Funk von der Kampagne. Seit Jahren sei ein Zuzug von Nazi-Kadern in die Region zu beobachten, da die Stimmung in der Stadt vorteilhaft für das gestrige Gedankengut sei.

In Schwerin will die NPD unter dem Motto »Für Volk und Heimat« ihre zentrale Demonstration begehen. Als Redner sind für die rechte Kundgebung unter anderem der Fraktionschef Udo Pastörs, Bundesvorsitzende Frank Franz und der Landeschef Stefan Köster angekündigt. Rund 300 Nazis werden zu der Veranstaltung am Schweriner Bahnhof erwartet. Um den Nazis nicht kampflos das Feld zu überlassen, will der Deutsche Gewerkschaftsbund am Vorabend, zur Walpurgisnacht, mit einem »Tanz der Kulturen« ein Zeichen für Solidarität mit Geflüchteten setzen. Unter dem Motto »Time to say Goodbye« wollen antifaschistische Gruppen, unter anderem aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen, am darauffolgenden Tag auf dem Marienplatz ab 10 Uhr den Nazis weiter Paroli bieten. Zeitgleich ruft das Bündnis »1. Mai Nazifrei« zu Kundgebungen am Grundthalerplatz und auf dem Platz der Freiheit auf. Die Veranstaltungen sind zudem Teil des DGB-Sternmarsches.

Sehr viel bescheidener tritt die Berliner NPD am 1. Mai an. Sie hat für Sonntag drei Kleinstkundgebungen mit 50 TeilnehmerInnen angemeldet. Unter dem Motto »NPD Abschiedstour vermiesen« ruft die Antifa Nordost zu Protesten dagegen auf.

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