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Friedelstraße 54 legt Kaufangebot vor

Nach hohen Mietsteigerungen wollen die Bewohner eines Hauses im Neuköllner Norden das Gebäude kaufen

  • Von Christina Palitzsch
  • Lesedauer: 2 Min.
Bis zu 200 Prozent mehr Geld forderte der neue Besitzer eines Wohnhauses in Neukölln. Die Mieter wollen das nicht hinnehmen.

Die Immobilienfirma Citec zeigte ein freundliches Gesicht und traf sich am Donnerstag nun doch mit den Bewohnern und Nutzerinnen der Neuköllner Friedelstraße 54. Erst der Druck einer Demo im März vor dem Firmensitz in Wien und das Einschalten der Bezirksverwaltung scheinen Wirkung gezeigt zu haben. Andere von Verdrängung betroffene Häuser hatten Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey und Stadtbaurat Thomas Blesing gebeten, die Friedelstraße 54 mit den Mitarbeitern der Immobilienfirma Citec an einen Tisch zu bringen. Im Rathaus Neukölln wurde schließlich zum Runden Tisch gerufen, um über das aktuelle Rückkaufangebot der Hausbewohner in Höhe von 1,2 Millionen Euro zu verhandeln. Das wollen sie mit Krediten und Mietzahlungen refinanzieren.

Die Citec hingegen fordert 1,8 Millionen Euro. 2013 hatte sie das Haus zu einem unbekannten Betrag gekauft, mit Sanierungsmaßnahmen begonnen und Mieterhöhungen angekündigt, teils bis zu 200 Prozent. Auf ihrer Webseite werden günstiger Immobilienerwerb, beste Sanierung, hohe Profite beim anschließenden Verkauf bei hoher Mieterfreundlichkeit angepriesen.

Während die Bewohner des Hauses derzeit rechtliche Maßnahmen ausloten, hatte der Kiezladen im Erdgeschoss die Mieterhöhung von 70 Prozent akzeptiert. »Die Kündigung im Oktober kam daher sehr überraschend für uns« sagt Matthias Sander vom Kiezladen. Laut Mietvertrag müsste der Laden am heutigen Samstag ausziehen. Die Citec besteht auf Nachfrage darauf, dass der Verbleib des Ladens die aktuellen Verhandlungen mit dem Mietshäuser Syndikat behindere. Zudem fordert sie eine »Garantieerklärung zur Unterlassung rechtswidriger Aktivitäten«. Gemeint sind damit Graffiti am Haus, Transparente am Gerüst und Mails an die Citec von unbekannten Absendern. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigungen im Rahmen der Demo in Wien, von denen sich die Hausbewohner und Ladennutzer aber distanzieren. An diesem Samstagabend lädt der Kiezladen zum großen Solidaritätskonzert am Reuterplatz.

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