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Ein unerklecklicher Musiktheaterabend

Deutsche Oper Berlin: Georg Friedrich Haas’ »Morgen und Abend« aufgeführt

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die Musik in dieser Oper, die eigentlich keine ist, folgt dem Motiv des lauten Knalls mit elektronischen Zuckungen und nachahmenden Bläserattitüden. Das ist billig. Aber immerhin singen die Sänger ganz gut.

Es knallt in »Morgen und Abend« zu Beginn, als würde der eiserne Triumphator Roms ankündigen, Karthago zu zerschlagen. Jedoch nichts dergleichen passiert. Zwei Schlagzeuger mit viel Gerät schlagen an den Bühnenrändern auf ihren großen Trommeln lediglich um die Wette. Weiß der Kuckuck, warum. Oder sollten Blitzschläge durchs eisige Universum fahren? Vom starken Zeus oder dem Vater der du bist im Himmel ausgelöst? Das Stück spielt am Meer, dem ursächlichen Spender allen Lebens. Die Bühne ist so gehalten, als würde sie Kadavergeruch silbriger Heringe in den Raum senden. Leichengrau ihre Grundfarbe, obwohl sich hinter ihr eine Geburt vollzieht. Kalkig das bisschen über die Fläche verteilte Mobiliar. Ein trübseliger Fischerkahn hängt in Seilen. Das ist keiner, den Flüchtlinge benutzen, um über die Ägäis zu kommen. Ein Fischer namens Olai mit Strickmütze und Gummistiefeln, das Gegenteil eines Schleppers, sitzt gleichermaßen ernst wie versonn...


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