Werbung

Plauen: Nazi schlägt Frau bewusstlos

Täter attackierte Frau am Rande des rechten Aufmarschs am 1. Mai offenbar gezielt mit einem Fotostativ / Angreifer ist mutmaßlich seit Jahren in der rechtsradikalen Szene aktiv

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

Plauen. Einen Tag nach den schweren Krawallen von Neonazis im sächsischen Plauen werden immer mehr Details des rechten Aufmarschs bekannt. Trauriger Höhepunkt: Ein mutmaßlicher Rechtsradikaler schlug einer Frau mit einem Kamerastativ aus Metall so hart ins Gesicht, dass diese bewusstlos zu Boden ging. Der Vorfall ist auf einem Video zu beobachten, das seit Sonntagabend im Netz für Entsetzen sorgt.

Besonders perfide: Wie dem kurzen Clip zu entnehmen ist, geht der mutmaßlich rechte Angreifer offenbar gezielt auf die Frau los. Als diese durch das Stativ im Gesicht getroffen wird, prallt die junge Frau zunächst noch gegen eine Häuserfassade, ehe sie regungslos am Boden liegen bleibt. Ein Begleiter wehrt die Attacke eines zweiten schwarz vermummten Angreifers ab. Am Ende des kurzen Films ist zu sehen, wie sich der Begleiter um die Verletzte kümmert.

Doch offenbar war nicht nur der eigentliche Schlag gezielt platziert, sondern auch das Opfer selbst: Ein weiteres Video zeigt, wie der spätere Täter seinem Opfer vor dem Übergriff folgt und dabei eine Fotokamera in der Hand hält. Eine zweite Person hält Ausschau, ob Polizisten in der Nähe die offenbar geplante Tat beobachten könnten. Einige Sekunden vergehen, bis der eigentliche Angreifer plötzlich zuschlägt.

Wie die Morgenpost berichtet, gibt es derzeit noch keine Informationen darüber, wie es der Frau nach dem Übergriff geht. Über den mutmaßlichen Angreifer werden dagegen erste Informationen bekannt: Bei dem Täter soll es sich um einen Mann namens Christian M. handeln, der schon seit mehreren Jahren in der rechtsradikalen Szene aktiv ist und bei rechten Veranstaltungen gezielt Aufnahmen von Gegendemonstranten anfertigt. Wie das linken Onlineportal linksunten.indymedia schreibt, soll der mutmaßliche Täter eine Woche zuvor schon einmal handgreiflich gegenüber einem Team des »Spiegels« geworden sein. Die Polizei sei derzeit dabei, die Identität des Täters zu überprüfen.

Der Naziaufmarsch am 1. Mai in Plauen war eskaliert, nachdem sich die Polizei offenbar nicht mehr in der Lage sah, die von der rechtsradikalen Kleinstpartei »Der III. Weg« angemeldete Demonstration abzusichern, und den Protest am Nachmittag auflöste. In der Folge gingen zahlreiche Teilnehmer des rechten Aufmarschs aggressiv gegen die Polizei vor, die deshalb Wasserwerfer und Pfefferspray einsetzte.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!