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Studie: Bildung entscheidend für Integration

Leichtere Zugänge für Bildungsangebote gefordert / 2014 waren 65 Prozent der 15- bis 64-Jährigen mit Migrationshintergrund erwerbstätig / Diskriminierung von Migranten auf dem Wohnungsmarkt stark ausgeprägt

Der bisher umfangreichste Datenreport des Statistischen Bundesamtes liefert als Resultat eine Binsenweisheit, die die Politik dennoch bisher nicht beherzigt: »Bildung ist entscheidend für die Integration von Migranten.«

Berlin. Zuwanderer in Deutschland sind häufiger arbeitslos, geringer gebildet und eher von Armut bedroht als Menschen ohne Migrationshintergrund. Das geht aus dem bisher umfangreichsten Datenreport hervor, den das Statistische Bundesamt am Dienstag in Berlin vorstellte. Die wichtigste Schlussfolgerung: »Bildung ist entscheidend für die Integration von Migranten.«

Der über 400 Seiten starke Bericht hat auch das Ziel, in der aktuellen Flüchtlingsdebatte Fakten zu liefern. So fordert er, leichtere Zugänge für Bildungsangebote zu schaffen. Denn je besser qualifiziert die Menschen sind, umso seltener sind sie erwerbslos.

Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), forderte bei der Präsentation der Studie Konsequenzen aus der Erfahrung älterer Zuwanderer. Für die aktuelle Situation Geflüchteter müsse gelernt werden, »was wir anders und richtiger machen können«.

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte zu dem Bericht: »Wir überlassen viel zu viele Kinder in Deutschland ihrem Schicksal. Es ist für mich keine Utopie, dass alle - unabhängig von der Herkunft und vom Geldbeutel der Eltern - Zugang zu guter Bildung bekommen.«

2014 waren 65 Prozent der 15- bis 64-Jährigen mit Migrationshintergrund erwerbstätig. In der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund waren es 76 Prozent. Besonders groß sind die Unterschiede bei den Frauen: 37 Prozent aller Frauen mit Migrationshintergrund standen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Bei den Frauen ohne Migrationshintergrund waren es 24 Prozent.

Benachteiligung wegen ihrer Herkunft empfinden insgesamt acht Prozent der Migranten. Bei Menschen mit türkischer Abstammung sind es 18 Prozent. Besonders verbreitet ist Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt. Dahinter steckten »rassistische, zum Teil völkisch anmutende Anschauungen in der Gesellschaft«, sagte Thomas Krüger, der Präsident der Bundesanstalt für politische Bildung. Integration erfordere Anstrengungen von beiden Seiten.

Heinrich Alt, Ex-Vorstand der Bundesanstalt für Arbeit, forderte eine Beschleunigung der bürokratischen Abläufe. »Wir müssen diese elend langen Asylverfahren verkürzen. Auf eine Zeit von maximal drei Monaten«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. »Ein bis zwei Jahre warten - das ist Elend pur. Das hält Menschen von Arbeit ab, erzeugt Frust, Schwarzarbeit und Kleinkriminalität.« dpa/nd

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