Der Herr der Förderquoten

Neuer Ölminister in Saudi-Arabien soll weiter Milliarden generieren und die Verbündeten beruhigen

  • Von Roland Etzel
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Saudi-Arabien hat einen neuen Ölminister. Jahrzehntelang wurden von dieser Position aus die Weltmärkte mitdirigiert. Heute geht es auch um das Überleben des saudischen Herrschaftsmodells.

Ölminister wie der jetzt ernannte Chaled al-Falih sind in Saudi-Arabien personifizierter Ausdruck des strategischen Willens des Königshauses. Das Land zwischen Persischem Golf und Rotem Meer war über Jahrzehnte der größte Ölförderer des Nahen und Mittleren Ostens und somit in der Lage, die Weltkonjunktur erheblich zu beeinflussen. Ob abgestimmt im Kartell der Organisation Erdöl Exportierender Länder (OPEC) oder im Alleingang: Steigerte Riad die Förderquoten, drückte das den Ölpreis in der Welt und umgekehrt.

Da Öl bis in die 90er Jahre hinein das Hauptschmiermittel der globalen Wirtschaft war, schaute die Welt auf die Festlegung der Fördermenge für saudisches Öl ähnlich gebannt wie auf einen neuen Leitzins der US-Notenbank. Legendär in der Rolle eines dieser saudischen Herren der Welt war der Ölminister Zaki al-Yamani, der von 1962 bis 1986 dieses Amt ausübte und für die Energieimporteure zum Furcht einflößenden Sinnbild des »Ölsc...


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