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Ein Toter bei Messerattacke bei München

Mehrere Verletzte in Grafing / Bayerns Innenminister Herrmann: Täter psychisch krank und drogensüchtig

Berlin. Der Amokläufer von Grafing bei München ist nach Erkenntnissen der Polizei nicht politisch radikalisiert gewesen. Weder aus dem Staatsschutzbereich noch von Nachrichtendiensten gebe es Hinweise darauf, dass der mutmaßliche Täter »in irgendeiner Form« Bezüge zu islamistischen, salafistischen Gruppierungen oder Personen gehabt habe, sagte Lothar Köhler vom Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag vor Journalisten in München. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass etwa Videos zu einer möglichen Radikalisierung des 27-Jährigen beigetragen hätten.

An einem Bahnhof der S-Bahn in Grafing bei München hat es nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks einen Messerangriff gegeben, bei dem es einen Toten gab. Der Angreifer habe am frühen Dienstagmorgen am S-Bahnhof Grafing um sich gestochen und dabei vier Menschen verletzt, davon einen lebensgefährlich. Das Opfer ist inzwischen gestorben.

Zunächst blieb offen, ob der Mann möglicherweise aus einem islamistischen Motiv heraus tötete. Nach Zeugenaussagen soll der Mann bei dem Angriff »Allahu-Akbar«, also »Allah ist groß« gerufen haben. Ein politisches oder religiöses Motiv wird allerdings ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft zweifelt mittlerweile an seiner Schuldfähigkeit. Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich sagte, die Aussagen des Mannes bei den bisherigen Vernehmungen seien »verwirrend« gewesen. Er solle am Mittwoch dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Ihm wird Mord sowie versuchter Mord in drei Fällen vorgeworfen.

Der 27-Jährige mutmaßliche Täter hatte nach ersten Ermittlungen offenbar psychische Probleme und auch Drogenprobleme. Das teilte Herrmann am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München mit. Der Mann habe seine Tat bereits eingeräumt. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund haben die Ermittler nach Angaben Herrmanns bisher nicht. Es werde aber geprüft, ob ein politischer Hintergrund vorliege.

Bei den Opfern des Angriffs handelt es sich laut Polizei um vier Männer. Neben dem getöteten 56-Jährigen handelt es sich bei den weiteren Verletzten handelt es sich um drei Männer im Alter von 58, 43 und 55 Jahren. Einer von ihnen wurde nach den Angaben schwer verletzt. Der Attentäter wurde am Bahnhof festgenommen, die Tatwaffe sichergestellt. Agenturen/nd

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