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»Das war rückständig, barbarisch«

Der kritische Kommunist Theodor Bergmann über die »Kulturrevolution« vor 50 Jahren, die Barbarei des Maoismus und das China von heute

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Professor Bergmann, die sogenannte Kulturrevolution hatte mit Kultur wahrlich nichts zu tun. Nicht nur, weil Kultur zerstört wurde. Es herrschte ein äußerst kulturloser Umgang untereinander, ein blutiger Terror gegen Andersdenkende. Von »revolutionär« ganz zu schweigen.
Richtig, das war rückständig, barbarisch. Es gibt Beispiele zur Genüge in der Geschichte, nicht nur der chinesischen, dass Euphemismen den wahren Kern einer Aktion oder Kampagne kaschieren sollen. Ich sehe in diesem Fall eine gewisse Parallele zu den Moskauer Schauprozessen der Stalin-Ära. Mao wollte Tabula rasa schaffen, seine Gegner in der Partei eliminieren. Er hat sie beschimpft, eingesperrt, hinrichten lassen. Der große Liu Shaoqi, nach Mao in der Parteihierarchie der zweite Mann, wurde zur Unperson erklärt. Ihm wurde unterstellt, in China den Kapitalismus wieder einführen zu wollen. Er wurde eingesperrt und starb 1969 im Gefängnis.

Stimmt es, dass Maos Posit...



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