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Ein bisschen Unfrieden

Ingolf Bossenz über das Festival des unpolitischen Liedes

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Der Sieger-Song der Ukrainerin Jamala konnte einen akuten europäischen Konflikt kulturell zusätzlich befeuern. Moskau fühlt sich offiziell brüskiert, Kiew feiert einen (auch politischen) Triumph.

Zu Zeiten, als das Französische noch die Lingua franca der Eurovision war, gewann ein 17-jähriges Mädchen für die Bundesrepublik Deutschland den »Grand Prix de la Chanson«. Der Titel »Ein bisschen Frieden« hatte angesichts von NATO-Doppelbeschluss, West-Ost-Hochrüstung und Hadersucht der USA unter Reagan durchaus eine politische Dimension. Was von DDR-Medien denn auch umgehend als Schlager-Schlag gegen die Fortschrittskräfte entlarvt wurde, da Frieden schließlich nur ganz und unteilbar möglich sei. 34 Jahre nach Nicoles Sehnsucht-Song sorgte bei der nun unter dem Kürzel ESC firmierenden Singkonkurrenz ein Musikstück für Unfrieden, dessen politische Botschaft geradezu dröhnend ist und das somit laut ESC-Regel nicht auf die Stockholmer Bühne gehörte.

Da die Europäische Rundfunkunion das anders sah respektive hörte, konnte der Siegsong der Ukrainerin Jamala einen akuten europäischen Konflikt kulturell zusätzlich befeuern. Moskau fühlt sich offiziell brüskiert, Kiew feiert einen (auch politischen) Triumph. Bemerkenswert: Im Unterschied zu den nationalen Jurys der beiden Länder gaben die Zuschauer in Russland und in der Ukraine dem Nachbarland jeweils hohe Punktzahlen. Offenbar lebt dort noch der von den ESC-Veranstaltern strapazierte Gedanke der Völkerverständigung ebenso wie Nicoles Wunsch von 1982.

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