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Das Erfolgsrezept der deutschen Eishockeyauswahl bei der Weltmeisterschaft in Russland ist die Geschlossenheit der Mannschaft

  • Von Kristina Puck, St. Petersburg
  • Lesedauer: 3 Min.

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Kaltschnäuzig, effizient, offensivstark. Bei der Eishockey-WM in Russland erlebt Deutschland einen Aufbruch. Selbst Ausfälle kann der topbesetzte Kader von Bundestrainer Marco Sturm kompensieren.

Marco Sturm weckt das deutsche Eishockey ein Jahr vor der Heim-WM wieder auf. Gleich bei seiner ersten Weltmeisterschaft als Bundestrainer hat der einstige NHL-Star das Nationalteam aus dem Niemandsland der Weltrangliste in den Fokus der Topnationen geführt. Mit dem bestem Kader seit langem sorgt die Mannschaft für mitreißende und ungewohnt kaltschnäuzige Auftritte in St. Petersburg. Mit dem dritten Tabellenplatz in der Gruppe B, nach dem 3:2 Überraschungssieg gegen die USA am Sonntag, stand der erste Sprung in die K.O Runde seit fünf Jahren vor dem letzten Vorrundenspiel an diesem Montag gegen Ungarn (n.Red.) so gut wie sicher fest. »Das ist ein totaler Schub«, erklärte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes Franz Reindl erleichtert und sogleich gerührt. »Ein Viertelfinale zu erreichen, das ist etwas Besonderes - da steckt einem schon der Kloß ein bisschen im Hals.«

Mit Skepsis war das Experiment mit dem Trainerneuling begleitet worden. Selbst Reindl zeigt sich in diesen Tagen auffällig neugierig. Überraschend oft hält er sich in der Nähe von Sturm auf und lauscht, wie der Landshuter die Spiele analysiert. Sturm jedoch zeigt, was möglich ist, wenn die besten Spieler eines Landes seinem Ruf folgen. »Er erreicht die Spieler. Wir wissen genau, was er von uns will«, sagte der Berliner Verteidiger Constantin Braun. Von dermaßen zahlreichen Absagen wie sein Vorgänger Pat Cortina blieb Sturm verschont. Gleich fünf NHL-Profis haben ihre Zusage an der Weltmeisterschaft gegeben.

Der ernüchternde Auftakt mit zwei Niederlagen brachte die Mannschaft nicht aus der Ruhe. Mittlerweile ist das Selbstvertrauen immens gewachsen. »Wir müssen uns vor niemandem verstecken. Wenn wir so spielen, sind wir schwer zu schlagen«, sagte Stürmer Philip Gogulla nach dem Spiel gegen die USA.

Selbst die enttäuschende Form des großen NHL-Hoffnungsträgers Leon Draisaitl und das bittere WM-Aus des am Knie verletzten NHL-Stürmers Tobias Rieder konnte kompensiert werden. »Dass die Mannschaft die Ausfälle so wegsteckt ist erstaunlich«, sagte Sturm. »Im Großen und Ganzen ist die Mannschaft der Star.« Er selbst hat keine Allüren, obwohl er mit 1006 Spielen in der National Hockey League (NHL) deutscher Rekordhalter ist. Als Trainernovize setzt er auf ein offensiv ausgerichtetes System, aus dem eine enorme Effizienz resultiert.

»Wir haben gezeigt, dass wir auch spielerisch etwas lösen können und nicht nur nach der alten Spielweise einfach die Scheibe rausschlagen und uns hinten reinstellen«, sagte Gogulla. Alleine in den ersten sechs Spielen erzielte Deutschland 18 Treffer. 2015 in Prag waren es nach sieben Spielen nur elf Tore. »Wir haben im Laufe des Turniers unsere Chancen besser verwertet, das macht es einfacher«, sagte Starverteidiger Christian Ehrhoff. Im Turnierverlauf wich Sturm auch von seinen Prinzipien ab und löste die Paradereihe mit den beiden NHL-Stürmern Draisaitl und Rieder sowie DEL-Topscorer Patrick Reimer im Sinne der Mannschaft auf.

Dazu holte er während der schon laufenden Vorrunde den NHL-Torhüter Thomas Greiss, obwohl er das im Vorfeld für schwierig erklärt hatte. Doch Greiss entpuppte sich als weiteres Puzzleteil für das deutsche Team. »Wir brauchen in den wichtigen Partien einen Torhüter, der mal einen Hundertprozentigen raushaut«, sagte Gogulla. Vor sechs Jahren hatte Deutschland mit Dennis Endras einen solchen Torhüter, mit dem Gogulla den Neuankömmling in der deutschen Mannschaft vergleicht. 2010 endete der Weg im eigenen Land erst im Halbfinale. dpa/nd

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