Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

BER braucht wieder Geld

Der umstrittene Hauptstadtflughafen will einen neuen Kredit über 1,1 Milliarden Euro. Bund, Berlin und Brandenburg bürgen zu hundert Prozent.

Der umstrittene Hauptstadtflughafen BER braucht wieder Geld. Die Betreiber wollen weitere 1,1 Milliarden Euro an Krediten aufnehmen, zunächst bei Banken. Doch wenn die Flughafengesellschaft sie nicht zurückzahlen kann, ist die öffentliche Hand und damit der Steuerzahler an der Reihe. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg als Eigentümer wollen zu hundert Prozent für die Kredite bürgen, teilte der Flughafen der Deutschen Presse-Agentur mit. Inzwischen drängt die Zeit, die Finanzierung unter Dach und Fach zu bringen, denn das Geld wird knapp.

»Wir brauchen diese Mittel, denn wir wollen ja weiterbauen«, erklärte ein Sprecher. Für die nächsten Monate gebe es noch ausreichend Liquidität.

Bund und Länder hatten vor einem Jahr beschlossen, den Finanzrahmen für das problembehaftete Projekt um insgesamt 2,6 Milliarden Euro auf bis zu 6,9 Milliarden Euro auszudehnen. Davon entfallen 5,34 Milliarden Euro auf den Bau des drittgrößten deutschen Flughafens. Der Rest der Summe ist für Erweiterungen des Projekts, Zinszahlungen und einen Puffer vorgesehen. Von der Zusatzsumme schießen Berlin, Brandenburg und der Bund 1,1 Milliarde Euro als Gesellschafterdarlehen zu: Berlin und Brandenburg je 37 Prozent, der Bund 26 Prozent - entsprechend der Anteile, die die drei Partner am Flughafen halten.

Für das Darlehen gilt eine zwanzigjährige Laufzeit, der Flughafen muss es den Angaben zufolge »zu marktüblichen Konditionen« verzinsen. Das gilt auch für die weiteren 1,1 Milliarden Euro, die von Banken kommen sollen. Sie muss der Flughafen spätestens nach zehn Jahren zurückzahlen. Schon jetzt steht der Flughafen mit 2,4 Milliarden Euro bei Banken in der Kreide. Auch für diese Kredite bürgen Bund und Länder.

Um weiteres Geld nachzuschießen, brauchen die Gesellschafter die Zustimmung der EU-Kommission. Mit einer Entscheidung rechnet der Flughafen im Sommer. »Wenn keine Lösung kommen würde, dann müssen wir die Bau- und Ausbauprogramme zurückfahren, was dem Termin 2017 sicherlich nicht zuträglich wäre«, hieß es mit Blick auf die angestrebte Inbetriebnahme Ende nächsten Jahres.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Aufsichtsratschef hatte im Winter gesagt, eine Zustimmung für 2,2 Milliarden Euro zeichne sich ab. Ob Brüssel außerdem den 400 Millionen Euro schweren Finanzpuffer freigibt, ist demnach nicht sicher. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld erwartet, dass der Flughafen sich ab 2020 selbst finanzieren und ab Mitte der 2020er Jahre Schulden zurückzahlen kann. Trotz der Probleme mit dem neuen Flughafen, der eigentlich schon 2011 in Betrieb gehen sollte, sieht Moody's das Unternehmen als vergleichsweise sichere Geldanlage. Die Ratingagentur bewertete es mit A1, der fünftbesten von 21 Stufen. Dem Flughafen kommt dabei zugute, dass der Staat im Wesentlichen für die Schulden geradesteht und dass die Passagierzahlen in Tegel und Schönefeld wachsen.

Der BER gelangt durch explodierende Kosten und Verzögerungen beim Bau immer wieder in die Schlagzeilen. Der ursprünglicher Eröffnungstermin lag im Jahr 2007. Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln