Oberflächenermittlungen

NSU: War »Manoles« Nazi-Baufirma ein Honigtopf des Verfassungsschutzes?

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Das untergetauchte NSU-Trio lebte 13 Jahre im Untergrund - ganz offen, denn in Zwickau hatten Nazis nichts zu fürchten. Bis heute halten Geheimdienste ihre schützende Hand über die Szene.

Ralf Marschner aus Zwickau hatte viele Namen: »Mano«, »Manole«, »Irländer«, »Kit Rock«. Dienstlich hieß er »Primus« oder auch »Q 3«. Diese Decknamen hatte ihm das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) gegeben, das den jetzt fast 45-Jährigen als V-Mann führte. Er sei, so V-Mann-Führer Richard Kaldrack vor dem ersten NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, über Jahre die »einzige wirklich relevante Quelle« im Osten gewesen.

Das BfV hielt (und hält?) an ihm fest, obwohl Marschner hinter dem Rücken des Amtes die Landser-CD »Ran an den Feind« vertrieb, die Thomas Starke (V-Person 562 des Berliner Landeskriminalamtes), Jan Werner und Mirko Hesse produziert hatten. Marschner organisierte Rechtskonzerte, gab zwei Fanzines heraus und sang in einer Band namens »Westsachsengesocks«. 1997 eröffnet er den Szeneladen »The Last Resort« und ein Modegeschäft, das er »VIPers« nannte. Andere Unternehmen hießen »Heaven and Hell« und »Barstool Spo...


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