Ein Feind: der 
Geschmack

Der Theaterregisseur Peter Zadek wäre 90 Jahre alt

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Seine Gabe als Regisseur lag im absoluten Gehör für echte Töne – und im ebenso absoluten Gespür für gemischte Gefühle. Er trieb mit allem tiefernst seinen Scherz. Aber nie Ironie! Ironie wäre Kommentar, Peter Zadek wollte Leben.

Dieser Regisseur war ein Perfektionist des Unperfekten. Kunst und Klamauk standen hart nebeneinander; just die Schmuddelshow warb für die Schönheit des Daseins. Es gab für ihn kein Reines ohne Dreck, keinen großen Menschheitsgedanken ohne piefig kleine Schweinerei, keinen Glanz ohne Elend. Nichts war ihm für sein Theater je kaputt, ruinös, unvollkommen genug. Seine Gabe als Regisseur lag im absoluten Gehör für echte Töne – und im ebenso absoluten Gespür für gemischte Gefühle. Er trieb mit allem tiefernst seinen Scherz. Aber nie Ironie! Ironie wäre Kommentar, Zadek wollte Leben. Politik hat ihn nie interessiert, ihn interessierte der Einzelne – vor dem er nur Angst hatte, wenn er zur Masse wurde.

Zadek wurde 1926 als Kaufmannssohn in Berlin geboren; das Kind wird jüdischer Flüchtling; nach englischen Jahren kehrt Zadek 1958 nach Deutschland zurück. Wurde anarchischer »Verderber« (Ivan Nagel) und Geschmacks-Attentäter. Etwa mit Ulri...

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