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Boykott der Boykotteure

Für Sonntag lädt die Israel-Boykott-Kampgane »BDS« zur Diskussion - ob die Kritiker kommen, ist fraglich

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Die Gruppe »BDS« steht in der Kritik: Nach Antisemitismus-Vorwürfen sollen sie laut Zeugen auf zwei Demonstrationen ihre Gegner angegriffen haben. Nun lädt die Gruppe zur Diskussion.

Die weltweite Kampagne »Boykottieren, Deinvestitionen, Sanktionen« (BDS) setzt sich für den politischen und wirtschaftlichen Boykott Israels ein. Einige linke Gruppen bezeichnen sie deshalb als »antisemitisch«, unter anderem die »Ökologische Linke«. Auf der »Revolutionären 1. Mai-Demo« sowie auf einer weiteren Demonstration am vergangenen Sonntag soll der BDS Kritiker laut Zeugen körperlich angegriffen haben. Die Auseinandersetzungen nimmt die Gruppe jetzt zum Anlass, mit ihren Kritikern ins Gespräch zu kommen: Mit einer Diskussion am Sonntag.

»Wir haben zu der Veranstaltung offen eingeladen«, sagt der BDS dem »nd«. Die Kampagne habe explizit Kritiker angesprochen, darunter die in der »Ökologischen Linken« organisierte Publizistin Jutta Ditfurth. Zu den Gewaltvorwürfen sagt die Gruppe: »Wir haben von Auseinandersetzungen am Rande der «Nakba»-Demonstration am Karl-Marx-Platz gehört, was genau passiert ist, entzieht sich unserer Kenntnis.«

Offensichtlich will die Kampagne mit der Diskussionsrunde den entstandenen Imageschaden eindämmen. Ein Mitglied der Gruppe »FOR Palestine« sagte, bisher gebe es jedoch nur Absagen. Die Veranstalter denken trotzdem, dass einige BDS-Kritiker als Privatpersonen teilnehmen werden.

In der pro-israelischen Linken gibt es verschiedene Haltungen gegenüber dem BDS sowie gegenüber der Einladung zur Diskussion. Die Antideutsche Aktion Berlin (ADA) lehnt es ab, mit »Antisemiten« zu sprechen. In der politischen Einordnung ist sich die Aktion sicher: »Eine Bewegung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Land der Holocaustüberlebenden politisch, wirtschaftlich und kulturell zu boykottieren, ist eindeutig antisemitisch«, sagte ADA dem »nd«. Dies verneint der BDS: »Die BDS-Bewegung als solche schlägt sich nicht auf die Seite irgend eines politischen Lösungskonzepts.«

Die »Pro-Israel Initiative Never Again« signalisiert grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. In einem Statement, das sie nach Anfrage des »nd« auf ihrer Homepage veröffentlichten, sagt die Initiative, BDS Berlin sei nicht »pauschal als antisemitisch zu bezeichnen«. Allerdings bekräftige die Kampagne latente »antisemitische Denkmuster«, indem sie Israel dämonisiere und im Vergleich zu anderen Staaten unverhältnismäßig stark kritisiere. Hoffnungen setze man auf derartige Veranstaltungen aber nicht: »Wir sind realistisch und erwarten keine Annäherung in der Sache.« Sie zweifele daran, dass das Gesprächsangebot überhaupt ein Zugehen auf die Kritiker bedeute.

Am Sonntag war es laut Augenzeugen am Karl-Marx-Platz in Neukölln zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten aus dem Umfeld von BDS und pro-israelischen Gegendemonstranten gekommen. Auch am Rande der »Revolutionären 1. Mai Demo« hatten sich Übergriffe auf pro-israelische Teilnehmende ereignet. Zuvor hatte die »Ökologische Linke« einen Ausschluss des BDS Berlin aus dem Demonstrationsbündnis gefordert. Als dies nicht erfolgte, war sie selbst ausgetreten.

Die Diskussion findet statt am Sonntag, den 22. Mai, 18 Uhr, im Jockel, Ratiborstraße 14c, Kreuzberg

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