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Ganze Arbeit gegen die Patienten

Silvia Ottow über die neue EU-Verordnung für Medizinprodukte

Manche erholen sich nie wieder von den Schäden, die ihnen durch fehlerhafte Medizinprodukte oder zusätzliche Operationen zugefügt werden. Leider wird man auch in Zukunft mit mehr misslungenen Eingriffen rechnen müssen.

Gebrochene Oberschenkelhalsnägel oder minderwertige Brustimplantate machen jedes Jahr Tausende von Patienten unglücklich. Einige erholen sich nie wieder von den gesundheitlichen Schäden, die ihnen durch fehlerhafte Medizinprodukte oder zusätzliche Operationen zugefügt werden.

Leider wird man auch in Zukunft mit mehr misslungenen Eingriffen rechnen müssen, als es nötig wäre, denn die Herstellerlobby hat in Brüssel mal wieder ganze Arbeit geleistet. Die neuen EU-Standards sind halbherzige Appelle und treten erst in drei Jahren in Kraft. Seit langem fordern Experten, für solche Produkte die gleichen strengen Regeln wie für Arzneimittel - Vergleichsstudien und klinische Prüfungen. Doch die wird es nicht geben, mehr unangemeldete Kontrollen werden schon als Erfolg für die Patientensicherheit gefeiert. Eben so wenig werden Haftpflichtversicherungen für die Hersteller zur Pflicht. Für die finanziellen Belastungen infolge solcher Schäden wird weiter die Versichertengemeinschaft zur Kasse gebeten. Und das Ärgste: bei Hochrisikomedizinprodukten dürfen die Hersteller selbst entscheiden, wer ihre Sachen prüfen soll.

Im Prinzip bleibt alles beim alten. Die Hoffnung auf eine Nachbesserung der Verordnung in Deutschland, die theoretisch denkbar wäre, sollte man lieber nicht zu groß werden lassen.

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