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Hiroshimas Stunde der Symbolik

71 Jahre nach dem US-Atombombenabwurf verkündet Obama Zukunftsvisionen

Berlin. Barack Obama hat bei einem historischen Besuch in Hiroshima für eine Welt ohne Atomwaffen geworben. »Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, der Geschichte direkt ins Auge zu blicken«, sagte der US-Präsident am Freitag in der japanischen Stadt, die vor 71 Jahren von einer US-amerikanischen Atombombe zerstört wurde. Er zeigte sich aber skeptisch, wann eine atomwaffenfreie Welt erreicht werden könne. Schon zu Beginn seiner Amtszeit hatte Obama 2009 in Prag eine von Nuklearwaffen freie Erde gefordert.

Es war der erste Besuch eines US-Präsidenten am Mahnmal in Hiroshima. An der Gedenkstätte im Friedenspark in der japanischen Großstadt legte Obama einen Kranz nieder. An seiner Seite stand Japans Regierungschef Shinzo Abe, der ebenfalls einen Kranz niederlegte. Obama traf bei der Zeremonie am Mahnmal auch Überlebende.

»Vor 71 Jahren fiel der Tod vom Himmel und veränderte die Welt«, begann Obama seine Rede. Die Welt müsse die Lehren aus Hiroshima ziehen und trage Verantwortung, dass sich solches Leid nicht wiederhole. »Wir müssen unsere Denkweise über den Krieg selbst ändern, um Krieg durch Diplomatie zu verhindern.« Vor der symbolischen Visite in Hiroshima hatte Obama klar gemacht, dass er sich nicht entschuldigen werde, was Japans Regierung auch nicht von ihm erwartet hatte. Die Mehrheit der US-Amerikaner hält den Atomschlag für berechtigt, weil ihrer Ansicht nach damit der Krieg beendet wurde.

Kritik kam von anderen Ländern der Region, deren Beziehungen zu Japan angespannt sind. Die Zeitung »China Daily« schrieb, Japan habe sich die Atombombenabwürfe selbst zuzuschreiben; das Land wolle sich als »Opfer des Weltkriegs« statt als Täter darstellen. Nordkorea nannte Obamas Besuch »kindische politische Kalkulation«. Agenturen/nd Seite 6

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