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Sonntagsreden in Verdun

Über dem Festakt mit Merkel und Hollande lag der Schatten der »Festung Europa«

Berlin. 100 Jahre nach der Schlacht von Verdun haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande die Freundschaft ihrer einst verfeindeten Länder beschworen. Der Name Verdun stehe »für unfassbare Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges wie auch für die Lehren daraus und die deutsch-französische Versöhnung«, sagte Merkel bei einer Zeremonie im Rathaus der Stadt im Nordosten Frankreichs. Gemeinsam gedachten die beiden Politiker am Sonntag der mehr als 300 000 Todesopfer der Kämpfe.

Über zehn Monate hatten sich deutsche und französische Soldaten 1916 bei Verdun mörderische Gefechte geliefert, die letztlich aber den Frontverlauf im Ersten Weltkrieg nicht veränderten.

Die Politiker zeichneten die Stadt Verdun für ihre Verdienste um die deutsch-französische Versöhnung mit dem Adenauer-de-Gaulle-Preis aus.

In ihrer Rede am Beinhaus von Douaumont nahe Verdun rief Merkel Europa zu Geschlossenheit auf, auch in der Flüchtlingskrise. »Gemeinsame Herausforderungen des 21. Jahrhunderts lassen sich nur gemeinsam bewältigen«, sagte die Kanzlerin an der Seite von Frankreichs Staatschef Hollande. Notwendig sei die Fähigkeit »zum Kompromiss, zur Einigkeit«. »Rein nationalstaatliches Denken und Handeln hingegen würde uns zurückwerfen«, betonte Merkel. Europa müsse sich die aus den »Katastrophen des 20. Jahrhunderts« gezogenen Lehren immer wieder bewusst machen, forderte die Kanzlerin. »Und das sind die Fähigkeit und die Bereitschaft zu erkennen, wie lebensnotwendig es ist, uns nicht abzuschotten, sondern offen für einander zu sein.«

Sonntagsreden, in denen die Gefahr einer neuen »Festung Europa« immerhin anklang. Agenturen/nd Seite 7

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