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Zika-Virus mindestens zwölf Mal eingereist

Osnabrück. In Deutschland sind im ersten Monat nach der Einführung einer amtlichen Meldepflicht zwölf Fälle von Erkrankungen durch das Zika-Virus registriert worden. »Wir gehen davon aus, dass sich alle Erkrankten auf Reisen angesteckt haben«, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI) der »Neuen Osnabrücker Zeitung« vom Mittwoch. Damit sei die Zahl der seit Oktober behördlich erfassten Zika-Erkrankungen in Deutschland auf 56 gestiegen. Die Meldepflicht gilt seit dem 1. Mai. Die RKI-Sprecherin sagte, »es dürfte eine nicht unerhebliche Dunkelziffer geben, da die Krankheit in der Regel mild verläuft und Betroffene gar nicht erst zum Arzt gehen«. Das Zika-Virus grassiert in Lateinamerika. Es kann bei Babys Mikrozephalie - einen abnormal kleinen Kopf und damit verbundene schwere Hirnschäden - auslösen und wird bei Erwachsenen mit der seltenen Nervenkrankheit Guillain-Barré-Syndrom in Verbindung gebracht. AFP/ndZecken breiten sich im Süden weiter ausGenf. Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind im Verhältnis zum Vorjahr um 17 Prozent auf 220 zurück gegangen, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Die Erkrankung von Hirnhaut und Nervensystems, die zu Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche führen kann, wird durch ein Virus ausgelöst, das von Zecken übertragen wird. Obwohl die kleinen Spinnentiere überall in Deutschland lauern, gibt es FSME-Risikogebiete wie Teile Baden-Württembergs, Bayerns, Südhessens und das südöstliche Thüringen. Hier ist die Gefahr der Übertragung von FSME-Viren am höchsten. Aktuell kommt in Bayern der Landkreis Dachau als neues Risikogebiet hinzu. »Insgesamt beobachten wir eine langsame Zunahme der FSME-Risikogebiete über die letzten Jahre hinweg«, überwiegend in oder angrenzend an Süddeutschland, erklärt Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr München. Vor allem hier sollten Menschen umsichtig sein und gut vorsorgen. nd

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