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Folterkammern in Bogotá entdeckt

Kolumbianische Polizei befreite Hunderte Zwangsprostituierte und Sklaven

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Beim Großeinsatz im Drogen- und Prostitutionsmilieu hat die kolumbianische Polizei mitten in der Hauptstadt Bogotá Folterkammern entdeckt, in denen Menschen grausam gequält wurden.

Bogotá. Mitten in Bogotá entdeckte die kolumbianische Polizei Räume, in denen Menschen bei lebendigem Leib von Hunden oder Krokodilen zerfleischt oder erschossen wurden. Die Leichen seien in Säure aufgelöst worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Am Wochenende waren in dem durchsuchten Viertel rund 200 Mädchen und junge Frauen befreit worden, die als Zwangsprostituierte ausgebeutet wurden. Zudem wurden 1500 Obdachlose befreit, die dort als Sklaven gehalten wurden. Sie wurden in provisorische Unterkünfte gebracht.

Unter den befreiten Zwangsprostituierten waren zahlreiche Minderjährige. Sie wurden in staatliche Obhut gegeben. Eines der Opfer war hinter einer Wand versteckt und an Hals, Händen und Füßen angekettet, wie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft berichtete. Mehrere Verdächtige, mutmaßliche Mitglieder krimineller Banden, wurden festgenommen.

Im Zuge des drei Tage dauernden Einsatzes fanden Polizisten auch die Folterkammern. Die Beamten entdeckten »drei Orte, an denen sich Zellen und Kerker befanden«, wie der Leiter des zuständigen Ermittlungsstabes der Staatsanwaltschaft, Julián Quintana, vor Journalisten sagte. Es habe dort Einschusslöcher an den Wänden sowie Spuren von menschlichem Blut gegeben. »Wenn die Opfer offene Wunden hatten, wurden sie Hunden ausgeliefert, die sie quasi bei lebendigem Leib zerfleischten«, sagte Quintana.

In der Nähe der Folterhäuser liegen nicht nur der Präsidentenpalast und das Rathaus von Bogotá, sondern auch Einrichtungen der Streitkräfte und der Polizei. Das »Bronx« genannte Viertel ist wegen Drogenhandels und Prostitution berüchtigt. Seit 2002 operieren dort kriminelle Banden aus ehemaligen Sicherheitskräften und Paramilitärs, die laut Staatsanwaltschaft auch den Waffenhandel in Kolumbien kontrollieren wollen. AFP/nd

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